Aktuelles


Aufgrund der Coronaviruskrise entfallen sämtliche Gottesdienste, Veranstaltungen, Gruppen und Kreise der Kirchengemeinde bis vorerst Ende April.

Auch Geburtstagsbesuche entfallen in dieser Zeit.

Trotz der momentanen Umstände wird Pfarrer Hölscher versuchen, seelsorgerisch bestmöglich für Sie da zu sein. Notgedrungen vor allem telefonisch. Bitte nehmen Sie Kontakt auf, wenn Ihnen danach ist: Tel. 06426-262, Mail: Pfarramt.Kirchvers@ekkw.de

In der Zeit der Viruskrise finden Sie auf der Homepage jedes Wochenende kleine Andachten von Pfarrer Hölscher, auch als Audiodatei zum Runterladen.

Bleiben Sie gesund und seien Sie behütet.


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Andacht zum Karfreitag zum Anhören.
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Andacht zum Karfreitag

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Die Evangelisten Markus und Matthäus beschreiben diese Worte als letzte Worte von Jesus am Kreuz. Kurz darauf stirbt er. Traurig. Deprimierend. Da stirbt kein Mensch zufrieden und lebenssatt, vielleicht mit einem Dank fürs gelebte Leben auf den Lippen. Mit Angehörigen an seiner Seite. Sondern da stirbt ein Mensch alleine am Kreuz. Hingerichtet. Grausam. Trostlos. Ihm nahestehende Menschen dürfen nicht mal näher kommen. Aus der Ferne können sie nur zusehen, wie Jesus leidet. Kein Wunder also, dass wir diese Worte hören: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Eine Frage, die sich etliche Menschen stellen und gestellt haben im Laufe der Geschichte. Im Laufe ihres Lebens. Auch heute. Vielleicht sogar gerade mal wieder ganz besonders heute. Denn da gibt es ja Situationen, in denen man sich sehr wohl verlassen fühlen kann. Wenn heute Menschen an dem Coronavirus sterben und Angehörige ihnen nicht nahe sein können. Wenn das letzte, was sie sehen, fremde Menschen in Schutzkleidung sind, dann klingt dieser Ruf für mich sehr aktuell: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

 

Der Ruf klingt aktuell, leider viel zu aktuell, wenn Ärztinnen und Ärzte in einigen Krankenhäusern in manchen unserer Nachbarändern entscheiden müssen, wer an ein Beatmungsgerät kommt und wer nicht. Wer vielleicht sogar wieder wegkommt vom Beatmungsgerät, weil die Aussichten auf Heilung zu gering sind und das Gerät stattdessen für einen anderen Patienten oder eine andere Patientin verwendet werden soll. Da kann man sich doch fast nur verlassen vorkommen.

So sieht, leider, die Realität teilweise aus. Überfüllte Krankenhäuser in etlichen Ländern. Angehörige, die sich nicht verabschieden können. Und auch: Schwerkranke Patientinnen und Patienten mit anderen Krankheiten, die auf Besuch verzichten müssen. Auch da weiß man nicht, ob man sich nochmal in den Arm wird nehmen können. Diese Tage sah ich im Fernsehen einen Bericht über eine Familie: Die Frau ist im Hospiz. Mann und Tochter dürfen sie momentan nicht mehr besuchen. Aus einiger Entfernung sehen sie sich bei geöffnetem Fenster und rufen einander zu. Mehr ist momentan nicht möglich. Kein Wunder, dass dem Mann die Tränen kommen. Auch hier ist Jesus sein Ruf am Kreuz doch leider sehr passend.

Aber auch in den Familien, wo es eh schon oft Streit, teils auch Gewalt gibt, werden sich manche Kinder momentan besonders verlassen fühlen. Genauso wie in vielen anderen Bereichen sich Menschen verlassen fühlen, die auch mit Tränen in den Augen vor den Scherben ihrer Existenz stehen, weil die Politik zwar mit Hilfsprogrammen und anderem ja alles versucht, aber niemand garantieren kann, ob das reicht. Weil niemand garantieren kann, wie es weitergeht mit dem Laden, dem Restaurant, dem Hotelbetrieb, dem Arbeitsplatz. Wie alles aussieht nach der Kurzarbeit, nach wochenlangem Schließen des Geschäfts, nach wochenlangem Runterfahren des Normalzustands.  

 

Das Gefühl des Verlassenseins ist wohl selten so präsent wie dieses Jahr an Karfreitag. Auch wenn dabei nicht alle nach Gott rufen und fragen, warum Gott sie verlassen habe. Gerade das finde ich das Besondere an dem Ruf von Jesus. Er ruft trotz seiner Not nach Gott. Er ruft ja nicht etwas wie: „Warum hab ich mich nur so getäuscht? Warum hab ich nicht gemerkt, dass es Gott gar nicht gibt? Warum war ich nur so blöd?“ Nein, er bleibt in Beziehung zu Gott, selbst wenn er sich noch so verlassen fühlt von ihm in diesen elenden Stunden am Kreuz. „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“, ruft er. Selbst jetzt hält er also fest an dieser besonderen Beziehung. Nicht irgendwie nach Gott ruft er. Nein, es ist und bleibt „mein Gott“ für ihn. Selbst jetzt. Selbst am Kreuz in seinem Leiden. Wo es doch nur allzu verständlich wäre, wenn er von diesem Gott nichts wissen wolle.

 

Stattdessen fragt er seinen Gott nach dem „Warum?“. Wie das momentan womöglich viele Menschen tun. „Warum ist es so weit gekommen?“ „Warum ist die Lage so wie sie ist?“. Einfache Antworten gibt es da nicht, „Warumfragen“ sind ja meist die schwierigsten Fragen überhaupt. Und doch werden sie gestellt. Auch an Gott. So wie Jesus es tut. Ein Drittel der Deutschen betet momentan mehr als sonst, hat eine Umfrage kürzlich ergeben. Das finde ich enorm. Das ist eine ganze Menge. Sicherlich wird für viele und vieles gebetet. Sicherlich wird auch manche Frage an Gott gestellt. Auf vieles wird man keine klare, direkte Antwort bekommen. Aber die Beziehung zu Gott, die bricht für viele scheinbar nicht ab. Sie ist lebendig im kürzesten Stoßgebet, das wir in den Himmel schicken. Einem Gebet wie „Lieber Gott, lass es meiner Familie gut gehen.“ Oder „Guter Gott, lass meine Großeltern nicht an Corona erkranken.“

Das letzte Gebet von Jesus, seine letzten Worte vorm Tod sind geprägt vom Leiden. Vom Gefühl des Verlassenseins: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Das ist kein Gebet wie das Vaterunser, aber doch aus dem tiefsten Inneren kommend. So bitter es klingt.

 

Dass er so verlassen gar nicht war, zumindest nicht dauerhaft, dass sollten er und die ganze Welt dann an Ostern erfahren. Karfreitag aber ist noch nicht Ostern. Fragen nach dem Gefühl des Verlassenseins kann man nicht einfach wegtrösten. Aber die Fragen zu stellen und zuzulassen, gerade auch im Gebet – dazu kann uns der Karfreitag Mut machen. Auf manches wird es keine Antwort geben, aber unsere Fragen zu stellen und vor Gott zu bringen, das kann wirklich nicht schaden.

 

Warum hast du mich verlassen?“ so fragt es Jesus und ist vielen Menschen, die sich momentan verlassen fühlen, vielleicht näher als sonst damit. Vorher aber stehen diese anderen, entscheidenden Wörter, die ich mitnehme an diesem Karfreitag, hin zum Osterfest: „Mein Gott. Mein Gott.“

Amen.


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Die Andacht vom 04.04. zum Anhören.
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 Andacht vom 04.04.

„Quarantäne! Eine Gebrauchsanweisung. So gelingt friedliches Zusammenleben zu Hause.“ Das ist der Titel vom neuesten Buch des wohl bekanntesten Mönchs Deutschlands: von Anselm Grün. Vor wenigen Tagen ist dieses Buch erschienen. Darin werde erklärt, so heißt es, was wirklich hilft und obendrein sei es die passende Gebrauchsanweisung für alle: egal ob Single, Familie oder WG.

 

Ich selbst habe das Buch noch nicht gelesen, doch alleine der Titel wird viele Menschen ansprechen, die momentan genau so leben: in Quarantäne oder gefühlt wie in Quarantäne.  Ob als Single, Familie oder WG. Ob in Deutschland oder anderswo: Fast überall momentan das gleiche Bild. Fast überall momentan die gleichen Probleme: neben der Ungewissheit, wie alles weitergeht. Neben den Ängsten um die Gesundheit: um die eigene oder die von Angehörigen. Neben all den Fragen, die sich momentan gestellt werden, diese besondere Situation: Zu Hause bleiben zu müssen. Außer einer Runde mit dem Hund, außer einem Spaziergang, außer einer Joggingrunde an der frischen Luft, ist ja momentan nicht viel möglich.

Und auf einmal sitzt man da alleine oder zu zweit oder mit der Familie oder der WG Tag für Tag zu Hause. Gefühlt fällt dem einem oder anderen da schon mal die Decke auf den Kopf. Der eine oder andere wiederum würde gerne mal flüchten vor den Menschen zu Hause, die man doch eigentlich mag, aber die einem auch ziemlich auf die Nerven gehen können, wenn man sie ständig sieht. Da klingt so eine Gebrauchsanweisung doch vielversprechend: Wenn ich das und das mache, dann gelingt das mit dem friedlichen Zusammenleben zu Hause. Das wäre doch was.

 

In China, wo die Pandemie momentan scheinbar ganz gut unter Kontrolle gebracht wurde, sollen die Scheidungsanträge bei den Ämtern nach Wochen der Quarantäne teilweise enorm in die Höhe gegangen sein. Ganz ähnlich wie hier nach Urlauben: In Deutschland z.B. wird jede dritte Scheidung nach dem gemeinsamen Sommerurlaub eingereicht. Bei vielen sind die Ängste nun groß wegen diesem ständigen Zuhause sein. Es wird gefragt, was dieses Aufeinandersitzen oder auch dieses alleine dort verbringen für Folgen haben kann. Da erscheint so ein Buch genau richtig: „Quarantäne. Eine Gebrauchsanweisung. So gelingt friedliches Zusammenleben zu Hause.“

Alleine, dass es nun so ein Buch gibt, macht deutlich: Unsere Welt ist aus den Fugen geraten. Freiheitsrechte sind tief eingeschränkt. Auf einmal merkt man, was Hamsterkäufe bedeuten. Man ist konfrontiert mit strikten Einlassregeln und Kontrollen in Supermärkten und Apotheken. Wer von uns kennt das schon?

 

Wir waren es doch gewohnt: an dem Abend in der Woche habe ich mich immer zum Sport getroffen. Am Wochenende bin ich immer mit dem Freundeskreis unterwegs gewesen. Jetzt an den ersten schönen Tagen saß ich doch immer so gerne draußen im Eiskaffee, hab vielleicht ein bisschen geshoppt und die Sonnenstrahlen gemeinsam mit anderen genossen. Sonntags saßen einige gerne mit der ganzen Familie beim Kaffee zusammen und Oma und Opa haben sich dann besonders gefreut.

Vieles, was immer so selbstverständlich war, ist jetzt erstmal weggebrochen. Knallhart bekommen wir vor Augen geführt: So selbstverständlich war das alles nicht. Bis vor kurzem konnten einige Menschen noch übers Wetter schimpfen: Wer käme heute auf so eine Idee? Bis vor kurzem konnten sich einige Menschen ärgern, wenn der Lieblingsverein verloren hat: heute wäre die allermeisten überglücklich, wenn er einfach nur wieder spielen könnte.

 

Völlig Recht hat da eine Frau, die mir diese Woche am Telefon sagte: „Ich hab den Krieg mitgemacht, die Nachkriegszeit  und die Vertreibung. So was habe ich aber noch nicht erlebt. Das ist was Neues.“ Dieselbe Frau sagte am Telefon zu mir: „Da müssen wir jetzt erstmal noch Geduld haben.“

Recht hat sie damit. Wie vielen anderen fällt mir das teilweise schwer, umso wichtiger werden mir Worte wie die des Liedes „Gott dein guter Segen“:

Guter Gott, ich bitte dich: Tröste und umsorge mich. Lass mich unter deinem Segen leben und ihn weitergeben. Segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit. (EGplus 33,5)

 

Ja, das ist kein kurzer Weg auf dem wir gehen. Auf dem wir warten müssen. Nach allem, was man momentan weiß, ist es ein langer Weg, bis alles wieder normaler oder gar normal wird. Auf diesem Weg aber sind wir trotz allem umsorgt von Gott und spüren hoffentlich auch immer wieder seinen Trost: Spüren diesen Trost, wenn uns ein anderer Mensch anruft oder eine Nachricht schreibt. Wenn wir in den Familien und Partnerschaften mal lachen können trotz der angespannten Situation oder in der WG abends zusammensitzen und erzählen, was uns gerade schwerfällt. Wenn wir auf das Läuten der Glocken momentan vielleicht ganz besonders hören. Dabei still werden oder ein Gebt sprechen und wissen: Das machen viele, viele andere jetzt gerade auch. Ihre Anliegen vor Gott bringen. Sie in seine Hände legen. Ein Stück weit unsere Sorgen und Ängste abgeben.

Wenn wir dann spüren: Wir sind wirklich nicht alleine. Gott ist da. Er begleitet uns auf diesem langen Weg. Andere Menschen sind da, wenn auch räumlich entfernt voneinander. Und die meisten Menschen rücken jetzt eher zusammen - wenn auch nicht im körperlichen Sinne. Zeigen sich solidarisch. Bieten Hilfe an und helfen: Ärztinnen und Ärzte geben alles. Die Pflegerinnen und Pfleger geben alles. Die Kassiererin im Supermarkt hinter ihrer Plexiglasschutzscheibe ebenso, genauso wie der Mann in der Bäckerei. Sie und viele, viele andere geben momentan alles, bringen teils gewaltige Opfer für andere Menschen. Für uns. Für unser Land. Für diese Welt. Sie machen diesen Trost, diesen Segen und dieses Sich Sorgen um Andere deutlich spürbar. Danke dafür.

Guter Gott, ich bitte dich: Tröste und umsorge mich. Lass mich unter deinem Segen leben und ihn weitergeben. Segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit. Amen.


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Die Andacht vom 28.03. zum Anhören.
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Andacht vom 28.03.

Hallo! Ich bin der Leopold, geboren am 23.03.2020 um 21.54 Uhr. Ich wiege 3.120 Gramm und bin 51cm groß. Uns geht es allen gut, sind aber nach der langen Geburt noch etwas müde.

 

Diese Nachricht erreichte mich in dieser Woche per WhatsApp auf meinem Smartphone. Zu den Worten gab es noch ein Foto von eben jenem Leopold: friedlich schlafend. Eben noch müde nach der langen Geburt.

Wie die meisten Menschen freue ich mich immer, wenn mich die Nachricht von einer Geburt erreicht. Diesmal habe ich mich ganz Besonders gefreut. Weil ich gedacht habe und immer noch denke: Wie gut das gerade in diesen Zeiten momentan tut, von so etwas Freudigem zu hören und zu lesen. Vor Augen geführt zu bekommen: Das Leben geht weiter – trotz Corona. Babys erblicken das Licht der Welt – trotz Corona. Menschen werden Mütter und Väter – trotz Corona und freuen sich riesig über den Nachwuchs. In den Krankenhäusern gibt es auch weiterhin die Geburtsstationen. Da werden auch weiterhin Kinder geboren und machen Menschen zu glücklichen Eltern und Großeltern.

 

Vieles steht still in unserem Land und auf der Welt. Das aber wird niemals still stehen: Neues Leben wird geboren. Neues Leben sucht sich seinen Weg in diese Welt hinein.

Wie gut das tut zu wissen. Gerade jetzt. Wo so viele Menschen in Angst sind. Gebannt jeden Tag auf die neuesten Zahlen an Infektionen warten. Darauf hoffen, dass diese Zahlen nun endlich nicht mehr so schnell steigen wie in den vergangenen Tagen. Darauf hoffen, dass in den nächsten Tagen diese Kurve der Neuinfektionen etwas abflachen wird, sich verlangsamen wird. Darauf hoffen, dass dann Erfolge sichtbar werden durch die Maßnahmen der körperlichen Distanz zueinander.

 

Distanz – das wünschte sich die Tage auch ein guter Freund von mir. Der hörbar angeschlagen klang am Telefon, als er davon berichtete, dass er es einfach nicht gewohnt sei jeden Tag von morgens sechs bis abends sich um seinen kleinen Sohn zu kümmern – der sonst einen halben Tag im Kindergarten verbringt. Der es einfach nicht gewohnt ist, dass er, seine Frau und der Sohn gemeinsam 7 Tage die Woche zu Hause sind. Beinahe rund um die Uhr. Kein Kindergarten, kein Spielplatz, kein Sport, der Abwechslung bietet. Die Nerven liegen da schneller blank als normal.

Und immer mehr Menschen fragen sich: Wann kann es einen Ausweg aus der jetzigen Situation geben? Wann kann langsam zurückgefunden werden in eine Art Normalität des alltäglichen Lebens? Wie lange das dauern wird und wann das möglich sein wird, ist Stand jetzt wohl noch nicht wirklich vorherzusagen. Aber von der Hoffnung auf einen Ausweg hören wir in der Bibel, in Psalm 142, Vers  4, der sogenannten Losung von diesem Sonntag. Hier heißt es nämlich:

 

Wenn ich Angst habe und nicht mehr weiter weiß, kennst du doch einen Ausweg.

Diese Worte betet ein Mensch voller Vertrauen zu Gott. Und ist, wie ich finde, vielen Menschen heute damit doch ganz nah: Menschen, die auch Angst haben und nicht weiter wissen. Die auf einen Ausweg hoffen und nicht wissen, wie der aussehen soll oder aussehen kann. Wann es überhaupt Zeit ist für diesen Ausweg.

Mir tut es da gut, bei all dem, was man noch nicht sagen kann; was einem verständlicherweise auch die Ärztinnen , die Virologen, die Politiker momentan nicht versprechen können, zu wissen: Gott kennt einen Ausweg und wird uns diesen zeigen. Er wird uns dahin begleiten. Da bin ich mir sicher.                                          

 

Gott kennt einen Ausweg für die, die sich momentan so einsam fühlen.

 

Gott kennt einen Ausweg für die, die sich momentan zu Hause auf die Nerven gehen.

 

Gott kennt einen Ausweg für die, die einfach nicht weiter wissen und in Angst oder gar Panik verfallen.

 

Gott kennt einen Ausweg aus dieser Krise. Es wird nicht bei dieser Krise bleiben. Sie wird überwunden werden. Auch wenn wir noch nicht wissen, wann das sein wird.

 

Bis dahin hilft es mir immer wieder zu beten. Mit eigenen Worten oder mit Worten aus der Bibel wie diesen: Wenn ich Angst habe und nicht mehr weiter weiß, kennst du doch einen Ausweg.

Und: bis dahin hilft es mir, mir zu verdeutlichen, dass es noch anderes gibt als diese Viruskrise. Leben entsteht und blüht auf. Nicht nur in der Natur momentan, sondern auch bei uns Menschen:

Hallo! Ich bin der Leopold, geboren am 23.03.2020 um 21.54 Uhr. Ich wiege 3.120 Gramm und bin 51cm groß. Uns geht es allen gut, sind aber nach der langen Geburt noch etwas müde. Amen.


27.03. Hilfeleistungen der Gemeinde Lohra für Personen der Risikogruppe oder in häuslicher Quarantäne

Sollten Sie sich aufgrund der Empfehlung des Gesundheitsamtes in häusliche Quarantäne begeben oder zu einer der Risikogruppen gehören und können auf kein Hilfenetzwerk durch Familie, Freunde, Nachbarn etc. zur Versorgung zurückgreifen, besteht die Möglichkeit, sich von Montag bis Freitag, 8.00 bis 12.00 Uhr, telefonisch unter 06462/2007-12 oder 2007-10 oder per e-mail: petra.weber@lohra.de an die Gemeinde Lohra zu wenden.

Von dort werden die Hilfeleistungen koordiniert.

 

Freiwillige Helfer/innen werden gerne noch angenommen.

 


27.03. Tägliches Glockenläuten um 19:30 Uhr

Ab Samstag, den 28.03. werden in unseren Gemeinden jeden Abend um 19:30 Uhr 5 Minuten lang die Kirchenglocken zum Gebet in Zeiten von Corona läuten. Diese Aktion ist abgestimmt mit den Bistümern  in Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie der EKHN.


 Andacht 21.03.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht: Ich habe die letzten Nächte teils deutlich schlechter geschlafen als normal. Unruhig. Und ich bin mir sicher: damit bin ich nicht alleine.

Im Fernsehen sah ich die Tage eine Buchhändlerin, die sagte, dass sie vor Sorgen nicht schlafen könne. Sie Angst um ihre Existenz habe. Auch damit ist sie nicht alleine. Viele, viele Menschen haben momentan dieselben Ängste.

 

Für uns alle ist das momentan eine nie dagewesene Situation. Das Leben ist auf den Kopf gestellt. Fast nichts ist mehr wie vorher. Fast nichts ist mehr normal. Das Coronavirus scheint uns im Griff zu haben. Auch die Kirche.

Wir wollen  helfen und können es auf den vertrauten Wegen nicht tun. Wir würden doch gerade jetzt so gerne Gemeinschaft in vertrauter Art und Weise haben, müssen es aber unterlassen, um die Situation nicht noch schlimmer zu machen

Ja, wie soll man da momentan einen guten Schlaf haben können? Das scheint ja fast unmöglich zu sein. Wenn Menschen Angst um ihr Leben haben oder das ihrer Liebsten.  Wenn man sich fragen muss, ob unser Gesundheitssystem den Belastungen standhalten wird. Wenn Menschen Angst um ihre Existenz haben. Wenn Menschen Angst vor der Zukunft haben, sich fragen, ob das Virus in den Griff zu kriegen ist.

Verständlich, dass einem da teilweise der Schlaf geraubt wird. Oder man von Albträumen heimgesucht wird.

 

In einem alten biblischen Text, im 3. Buch Mose, da heißt es in Kapitel  26, Vers 6:

Der Herr spricht:  Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke.

 

Der Spruch ist in dieser Woche die Tageslosung vom Samstag. Es sind alte Worte. Worte, die das Volk Israel vor langer Zeit zu hören bekam. Es sind Worte, die aber doch gerade auch heute gut tun zu hören. Mir zumindest:

 

Der Herr spricht:  Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke

Denn momentan sind viele in Angst und Schrecken. Nicht nur nachts. Nicht nur in Träumen. Auch tagsüber. Manche scheinbar so sehr, dass sie meinen Toilettenpapier für die nächsten 2 Jahre horten zu müssen. Küchenrollen ebenso. Andere machen sich deswegen langsam wirklich Sorgen, wie sie das in ein, zwei Wochen regeln sollen. Eine Frau sagte mir am Telefon: Immer schreib ich meinem Mann auf den Einkaufszettel: Toilettenpapier. Aber nie ist was da. Bald werden wir wohl den Waschlappen nutzen müssen.

Das klingt nahezu komisch, ist es letztlich aber ja überhaupt nicht. Deswegen an dieser Stelle auch  einfach mein Appell: Bitte nicht hamstern. Es ist eigentlich doch genug für alle da. Wie sonst auch.  Auch in dieser fürchterlichen Krise.

Die vielen sehr zu schaffen macht und viele ängstigt. In Schrecken versetzt. Weil so etwas eben noch nicht erlebt wurde. Und die zugleich scheinbar für andere immer noch nur halb so schlimm ist. Wenn sich weiterhin munter in Gruppen getroffen wird und das Wetter gemeinsam genossen wird.  Auch hier einfach mein Appell: Lassen Sie und lasst das momentan bitte sein. So schwer das fallen mag.

Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke.

So heißt in unserem biblischen Text. Mir macht das Mut. Weil ich daran glaube und weil ich weiß: Die Situation wird sich wieder ändern. Sie wird sich wieder bessern. Gott wird uns wieder Frieden schenken. Ein Stück weit können wir diesen ja sogar beeinflussen, in dem wir wirklich die nächste Zeit alle unsere Kontakt verlegen. Aufs Telefon oder ins Internet.

 

Ich freue mich schon auf diese Zeit. Wenn wieder Frieden ist. Denn ein Kampf ist das ja momentan. Gegen das Virus. Gegen die Folgen. Ein Kampf mit sich selbst. Auf Dinge zu verzichten, die doch immer so selbstverständlich waren.

 

Ich will Frieden geben in eurem Lande.

 

So sagt es uns die Bibel. So verspricht es Gott. Lassen Sie uns darauf vertrauen in der neuen Woche: Gott ist auch jetzt bei uns. In unseren Zimmern, Wohnungen und Häusern. Begleitet uns.  Auch und gerade in dieser Krise gelten seine Worte:

 

Ich will Frieden geben in eurem Lande, dass ihr schlaft und euch niemand aufschrecke.

Ich freue mich schon darauf, wenn es soweit ist. Amen.

 

Bleiben Sie behütet.

Euer/Ihr Pfarrer Christian Hölscher


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Andacht 21.03.
Die Andacht vom 21.03. zum Anhören.
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Info und geistlicher Impuls 18.03.

 

Liebe Gemeindeglieder,

eine Seniorin sagte die Tage am Telefon zu mir: „Ich bin jetzt 80 Jahre. Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Ich denke, das geht momentan beinahe allen Menschen so. So etwas haben wir noch nicht erlebt: Alles steht still. Schulen, Kindergärten und Sportstätten sind dicht. Kinos, Theater, Clubs geschlossen. Viele Geschäfte ebenso. Die Sportligen ruhen auch. Nichts geht mehr wie vorher. Auch nicht in der Kirche.

 

Wir kommen die nächsten Wochen nicht drum herum, alle unsere Gottesdienste und  Veranstaltungen ruhen zu lassen. Das ist für viele schmerzhaft. Eine Frau schrieb mir die Tage per Mail: „Der Sonntag ohne Gottesdienst – da fehlt doch etwas Wichtiges.“ Dem kann ich nichts hinzufügen und dennoch geht es jetzt nicht anders. Vor Ort, in den Kirchen, können momentan keine Gottesdienste stattfinden. Vorerst bis Ende April. Kein Vorstellungsgottesdienst der Konfis, keine Gottesdienste an Gründonnersag, Karfreitag und Ostern, keine Konfirmation zum geplanten Termin.

 

Wie Recht hatte die Seniorin am Telefon mit ihren Worten „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Obendrein weil wir unser gewohntes Leben aus Rücksicht auf andere Menschen und zu unserer eigenen Sicherheit „auf den Kopf stellen“. Wo wir sonst versuchen, anderen zu helfen in der Gemeinschaft, im gemeinsamen Singen und Beten. Im Gottesdienst. Wo wir sonst Hilfe erfahren durch eine wohltuende Umarmung oder durch ein gutes, persönliches Gespräch, stellen wir diese Formen der Gemeinschaft ein - in der Hoffnung, dass Infektionsketten gestoppt werden.

Wir helfen diesmal also nicht durch Gemeinschaft, sondern gerade durch den Verzicht darauf. So paradox das klingt, aber auch wir Christen können momentan vor allem durch diesen Verzicht anderen Menschen helfen. Zugleich können wir aber noch mehr tun: zu Hause beten, zu Hause Fernsehgottesdienst schauen oder Gottesdienste im Radio hören, zu Hause das Gesangbuch aufschlagen und ein paar Liedverse lesen oder mal nur für sich singen. Worte der Hoffnung und des Trostes in der Bibel lesen. Worte wie aus Psalm 23, die für mich momentan besonders wichtig sind:

 

„Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir.“

 

Durch das Coronavirus sind wir momentan in solch einem Tal. Fast nichts geht mehr wie sonst. Vieles steht still. Und vor allem: Menschen sind krank, Menschen ringen um ihr Leben. Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger kämpfen um das Leben von Menschen. Während andere momentan noch viel mehr als sonst an Einsamkeit leiden. Die notwendige Isolation kaum ertragen.

So sieht dieses Tal für viele Menschen momentan aus. Da ist es gut zu hören: Gott ist bei mir. Gott ist bei uns. Wenn wir auch nicht zusammen sein können wie gewohnt, begleitet uns Gott. Jede und jeden von uns. An den unterschiedlichsten Orten. Der Glaube daran kann uns hoffentlich von übertriebener Angst, vor Panik und Furcht bewahren und befreien.

Gehen wir mit dieser Hoffnung in die Zeit, die vor uns liegt.

 

Bleiben Sie behütet.

 

Euer/Ihr Pfarrer Christian Hölscher


Glocken rufen zum Gebet        

 

Glocken ertönen von vielen Kirchen an jedem Tag, morgens, mittags und abends – so wie es vor Ort üblich ist. Sie laden ein zum persönlichen Gebet.  

 

Die Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck laden ein: Von unseren jeweiligen Aufenthaltsorten sind wir während des

12 Uhr–Läutens im Gebet: Für alle Menschen in Angst und Sorge; für die, die in Quarantäne leben, für die im Gesundheitsdienst Tätigen, die vor großen Herausforderungen stehen,  – und für die Sterbenden.

 

Wir sind davon überzeugt: Im Gebet für unsere Nächsten wächst die Kraft zum Handeln für unsere Nächsten. Wir danken Ihnen für Ihre Gebete und für Ihr helfendes Handeln!

 

Lassen Sie uns in Kirchvers, Rodenhausen (hier immer um 11 Uhr) und Weipoltshausen mitmachen und mitbeten.