Aktuelles

Weltgebstag 2021 aus Vanuatu: Worauf bauen wir?

Gottesdienst dazu am 07. März um 10:30 Uhr in Kirchvers (DGH).

Einen Fernsehgottesdienst zum Weltgebetstag gibt es am Freitag,

05. März um 19:00 Uhr auf Bibel TV zu sehen.



Liebe Gemeinde,

die Kirchenvorstände bitten darum, die Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten, die jeweils vor den Eingängen zu den einzelnen Kirchen bzw. dem Dorfgemeinschaftshaus auf einem Plakat gut lesbar platziert sind. An dieser Stelle sei schon einmal darauf hingewiesen, dass  das Tragen eines medizinischen  Mund-/Nasenschutzes während der Gottesdienste nötig ist. 

Die analogen Gottesdienste finden statt, wenn der Inzidenzwert im Landkreis Marburg-Biedenkopf nicht über 200 liegt.

Die Gottesdienste in Kirchvers finden momentan im Dorfgemeinschaftshaus statt.

Die Predigt wird, sofern Pfarrer Hölscher oder Vikarin Schulze den Gottesdienst feiern, weiterhin auf der Homepage als Audio- und Textdatei veröffentlicht. Sie wird immer nach den Gottesdiensten auf die Homepage gestellt.

 

Gottesdienst am 07.03.

Kirchvers                   10:30 Uhr (Gottesdienst mit Elementen des diesjährigen Weltgebetstags aus Vanuatu)

 

Gottesdienst am 14.03.

Rodenhausen           09:30 Uhr

 

Gottesdienste am 21.03.

Weipoltshausen       09:00 Uhr

Kirchvers                    10:30 Uhr

 

Gottesdienste am 28.03.

Rodenhausen           09:30 Uhr (Lektorin Cornelia Schlickeiser)

Kirchvers                    10:30 Uhr (Lektorin Cornelia Schlickeiser)

 


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Die Predigt vom 28.02. zum Anhören
Predigt vom 28.02..m4a
MP3 Audio Datei 8.9 MB

Predigt vom 28. Februar

Eine Dame geht jeden Tag in die Kirche und betet zu Gott. „Lieber Gott, der du allmächtig bist und alle Dinge lenkst, erbarme dich meiner und lass mich im Lotto gewinnen.“ So geht das Wochen, Monate und Jahre. Tag für Tag kommt sie in die Kirche und fleht: „Bitte lass mich im Lotto gewinnen, lass mich im Lotto gewinnen!“ Eines Tages öffnet sich plötzlich der Himmel, und eine Stimme spricht: „Bitte gib mir eine Chance – und kauf dir endlich ein Los!“

 

Tunnelblick, liebe Gemeinde. Die Frau sieht nicht mehr nach rechts oder links. Ihr Blick ist immer der Gleiche: der sture Blick auf den Lottogewinn. Ihre Gedanken sind immer die gleichen: Gott soll ihr beim Lottogewinn helfen, ihren eigenen Part dabei übersieht sie völlig.

Tunnelblick. Das geht schnell. Ein Ziel vor Augen haben und das blindlings verfolgen. Manchmal ohne Rücksicht auf Verluste. Manchmal ohne noch andere Gedanken zuzulassen.

Einen Tunnelblick hat auch ein Mann namens Bileam, von dem wir heute im Predigttext hören, in Numeri 2, Verse 21-32:

 

Da stand Bileam am Morgen auf und sattelte seine Eselin und zog mit den Fürsten der Moabiter. Aber der Zorn Gottes entbrannte darüber, dass er hinzog. Und der Engel des HERRN trat in den Weg, um ihm zu widerstehen. Er aber ritt auf seiner Eselin, und zwei Knechte waren mit ihm. Und die Eselin sah den Engel des HERRN auf dem Wege stehen mit einem bloßen Schwert in seiner Hand. Und die Eselin wich vom Weg ab und ging auf dem Felde; Bileam aber schlug sie, um sie wieder auf den Weg zu bringen. Da trat der Engel des HERRN auf den Pfad zwischen den Weinbergen, wo auf beiden Seiten Mauern waren.

Und als die Eselin den Engel des HERRN sah, drängte sie sich an die Mauer und klemmte Bileam den Fuß ein an der Mauer, und er schlug sie noch mehr. Da ging der Engel des HERRN weiter und trat an eine enge Stelle, wo kein Platz mehr war auszuweichen, weder zur Rechten noch zur Linken. Und als die Eselin den Engel des HERRN sah, fiel sie auf die Knie unter Bileam.

Da entbrannte der Zorn Bileams, und er schlug die Eselin mit dem Stecken. Da tat der HERR der Eselin den Mund auf, und sie sprach zu Bileam: Was hab ich dir getan, dass du mich nun dreimal geschlagen hast? Bileam sprach zur Eselin: Weil du Mutwillen mit mir treibst! Ach dass ich jetzt ein Schwert in der Hand hätte, ich wollte dich töten!

Die Eselin sprach zu Bileam: Bin ich nicht deine Eselin, auf der du geritten bist von jeher bis auf diesen Tag? War es je meine Art, es so mit dir zu treiben? Er sprach: Nein. Da öffnete der HERR dem Bileam die Augen, dass er den Engel des HERRN auf dem Wege stehen sah mit einem bloßen Schwert in seiner Hand, und er neigte sich und fiel nieder auf sein Angesicht. Und der Engel des HERRN sprach zu ihm: Warum hast du deine Eselin nun dreimal geschlagen? Siehe, ich habe mich aufgemacht, um dir zu widerstehen; denn der Weg vor mir führt ins Verderben.

 

Tunnelblick – Bileam wird dieser fast zum Verhängnis. Er weiß, wohin und wo lang er möchte. Und das bitte schön möglichst schnell. Ohne den kleinsten Umweg. Ohne die kürzeste Pause. Und dann bockt in seinen Augen seine Eselin: „Und die Eselin wich vom Weg ab“ – so heißt es zu Beginn. Bileam gefällt das gar nicht, er will zurück auf seinen Weg. Also schlägt er die Eselin, um sie wieder in die Spur zu bringen.

Mit Bileam ist in diesem Moment scheinbar nicht zu reden. Schon gar nicht gut Kirschen essen. Er ist so in Rage, weil es nicht so geht, wie er das gerne will: schnellstmöglich geradeaus. Stur auf seinem Weg bleiben. Dabei meint seine treue Eselin es nur gut mit ihm.

 

Liebe Gemeinde,

ich habe mich diese Woche bei der Lektüre des Textes gefragt, ob ich das nicht auch kenne? Bin ich Bileam manchmal ähnlicher, als es mir lieb ist?

Wenn ich genau weiß, wohin ich will. Was ich machen will. Was wie werden soll.

Wenn ich schnellstmöglich etwas erreichen und umsetzen will oder soll und dann komme ich, warum auch immer, doch vom Weg ab.

Bich da nicht manchmal auch aufgebracht wie Bileam? Ärgere mich, rege mich auf? Auch wenn ich keine Eselin habe, an der ich meine Aggressionen auslasse.

 

Kenne Sie das auch?

Wer verlässt schon gerne seinen Weg oder kommt gar gerne ab vom Weg?

Wer legt schon gerne eine Zwangspause ein, wenn es doch schnell weitergehen soll?

In der Regel soll alles doch bitte schön so gehen wie ich das will und mir im Kopf zurechtgelegt habe: schön auf dem Weg bleiben. Keine vermeintlich unnötigen Pausen einlegen. Kostet ja nur Zeit.

Und wer weiß, was da abseits des gewohnten Weges und fernab des ausgedachten Lebensweges so alles lauert?

Dabei wissen wir doch eigentlich: ob mit oder ohne Tunnelblick immer schnellstmöglich vorwärts geradeaus - das haut nicht hin.

Und manchmal tut es nicht mal gut, immer nur strikt auf seinem sich selbst ausgedachten Weg zu bleiben. Manchmal ist ein kleiner Umweg, eine Pause sogar richtig, richtig gut. Und tut gut.

Stattdessen aber sieht es in der Umsetzung manchmal ganz anders aus: Das blöde Knie tut weh – kein Grund innezuhalten. Notfalls Schmerztablette einwerfen und weitermachen.

Die Arbeit zehrt zunehmend an den Nerven. Es ist spürbar zu viel. Notfalls noch härter arbeiten. Noch weniger Pausen machen. Anderen vielleicht noch einen blöden Spruch mit auf den Weg geben wie „Nur die Harten kommen in den Garten.“

Der Partner zuhause ist zunehmend gefrustet? Das kann ja nur an ihm liegen. Der soll sich mal nicht so anstellen und wieder besser drauf sein.

 

Mit Tunnelblick stur geradeaus - Bileam merkt, dass das nicht gut ist. Nicht mal auf seine treue Eselin nimmt er in seiner Rage Rücksicht. Schlägt sie gar, weil sie nicht so spurt wie er will, obwohl sie es doch nur gut mit ihm meint. Und auch das kennen viele doch zuhauf: der Rat des guten Freundes wird in den Wind geschossen, ohne auch nur darüber nachzudenken. Die Worte der Partnerin werden manchmal für nicht so ganz ernst genommen, Diskussionen halten schließlich nur auf. Und das will ich manchmal ja so rein gar nicht: Aufgehalten zu werden. Ausgebremst zu werden. Vom Weg abzukommen. Durch was auch immer.

 

Bileam gehen erst spät die Augen auf. Die Wut verfliegt. Er wird einsichtig, als auch er den Engel Gottes vor ihm sieht und seine Worte hört:

„Warum hast du deine Eselin nun dreimal geschlagen? Siehe, ich habe mich aufgemacht, um dir zu widerstehen; denn der Weg vor mir führt ins Verderben.“

 

Deswegen, liebe Gemeinde, passt der Text in die Passionszeit: manchmal ist es nicht der Weg, den ich vor Augen habe, der mir gut tut. Manchmal kann dieser Weg der Falsche sein. Kein Grund, sich daran festzubeißen und alle anderen Möglichkeiten auszublenden.

Manchmal ist es gerade der Weg, der abweicht vom Gewohnten, Geplanten, Erstrebten, der richtig für mich. Der Weg, der mir langfristig viel besser tut. Auch wenn ich es erst noch gar nicht sehe und hadere, weil etwas anders kommt, als ich es eigentlich will und mir vorgestellt habe. Gott schickt Bileam einen Engel, um das zu merken.

Vielleicht schaue ich mal genauer hin die nächste Zeit. Wo eine Pause, ein kleines Abweichen vom Weg, ein kleines nicht zu stur am eigenen Plan festhalten mir richtig gut tut. Und hoffe darauf, dass mir Gott dann und wann die Augen öffnet und mir einen Engel schickt. Der meinen Weg geradeaus versperrt, weil es besser für mich ist:

Da öffnete der HERR dem Bileam die Augen, dass er den Engel des HERRN auf dem Wege stehen sah.

Amen.