Aktuelles


Liebe Gemeinde,

die Kirchenvorstände bitten darum, die Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten, die jeweils vor den Eingängen zu den einzelnen Kirchen bzw. dem Dorfgemeinschaftshaus auf einem Plakat gut lesbar platziert sind. An dieser Stelle sei schon einmal darauf hingewiesen, dass  das Tragen eines medizinischen  Mund-/Nasenschutzes während der Gottesdienste nötig ist. Die Gottesdienste in Kirchvers finden auf der Kirchwiese vor der Kirche, bei Regen entfällt der Gottesdienst in Kirchvers.

Die Predigt wird, sofern Pfarrer Hölscher, Vikarin Schulze oder Lektorin Schlickeiser den Gottesdienst feiern, weiterhin auf der Homepage als Audio- und Textdatei veröffentlicht. Sie wird immer nach den Gottesdiensten auf die Homepage gestellt.

 

Gottesdienst am 06.06

Weipoltshausen      09:00 Uhr (Lektorin Cornelia Schlickeiser)

Kirchvers                    10:30 Uhr (Lektorin Cornelia Schlickeiser)

 

Gottesdienst am 13.06.

Rodenhausen           09:30 Uhr

Kirchvers                    10:30 Uhr

 

Gottesdienst am 20.06.

Kirchvers                    10:30 Uhr (Konfirmationsgottesdienst eines Teils des aktuellen Jahrgangs. Aus Platzgründen aufgrund der Pandemiesituation können an diesem Gottesdienst nur die Konfirmanden/innen und deren Gäste teilnehmen. Wir bitten um Verständnis.)

 

Gottesdienste am 27.06.

Weipoltshausen      09:00 Uhr

Kirchvers                   10:30 Uhr


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Die Predigt vom 06. Juni von Lektorin Cornelia Schlickeiser zum Anhören
Predigt 06.06.21.m4a
MP3 Audio Datei 12.0 MB

Die Predigt vom 06. Juni von Lektorin Cornelia Schlickeiser

 

Liebe Gemeinde,

die letzten beiden Sonntage waren sehr denkwürdig. Zum Einen war Konfirmation, auch von meinem Sohn. Wie bei allen Eltern, denke ich, ist neben der großen Freude diese jungen Menschen zu sehen, auch ein bisschen Wehmut dabei…..wie schnell die Zeit vergeht. Blitzartig schossen mir Bilder in den Kopf….mein Sohn als Baby, Kindergarten- und später Schulkind. Tausend kleine Momente die in Erinnerung bleiben.

Zum Anderen feierten wir Jubelkonfirmation. 14 Gemeindemitglieder durften  ihre diamantene, eiserne und gnadene Konfirmation feiern…..auch das regte zum Denken an: was haben diese Menschen alles in ihrem Leben schon erlebt…..und ich glaube, wenn diese Menschen an ihre Konfirmation denken, haben auch sie tausend kleine Momente von ihrem Leben in ihrer Erinnerung.

Ich denke da an eine Geschichte, sie heißt „Die gelbe Tüte“:

 

Ein Mann saß auf einer Parkbank, traurig und bedrückt. Er dachte über sein Leben nach und darüber, was alles schieflief. Ein kleines Mädchen, das durch den Park schlenderte, sah den Mann, bemerkte seine Stimmung und setzte sich zu ihm auf die Bank. Sie fragte ihn: „Warum bist du denn so traurig?“  Der Mann antwortete geknickt: „Ach weißt du, ich habe keine Freude am Leben. Ich weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Alle sind gegen mich. Alles läuft schief.“  Das Mädchen schaute verwundert und fragte: „Wo hast du denn deine gelbe Tüte? Darf ich sie mal sehen?“  Der Mann verstand nicht und erwiderte: „Was für eine gelbe Tüte? Ich habe nur eine schwarze.“  Schweigend gab er dem Mädchen die schwarze Tüte.

Behutsam öffnete die Kleine die schwarze Tüte und sah hinein. Das Mädchen erschrak und sagte entsetzt: „Das sind ja nur schlimme Erlebnisse, Alpträume, Unglücke, Schmerz und Leid!“  Der Mann entgegnete traurig: „Das ist eben so. Da kann ich nichts machen.“

„Hier, schau“, sagte die Kleine und reichte dem Mann eine gelbe Tüte. Etwas unsicher öffnete der Mann diese, und er sah ganz viele schöne Dinge: Sonnentage, glückliche Stunden, Lachen, Freude, Unbeschwertheit und Zufriedenheit.

Er wunderte sich, da das Mädchen noch jung war, und er fragte: „Wo ist denn deine schwarze Tüte?“ Die Kleine antwortete keck: „Die werfe ich jede Woche in den Müll und kümmere mich nicht mehr darum. Ich denke, es ist viel schöner und sinnvoller, meine gelbe Tüte immer weiter zu füllen. Da stopfe ich so viel wie möglich hinein, und immer, wenn ich Lust dazu habe oder traurig bin, schaue ich hinein. Dann geht es mir gleich wieder besser. Wenn ich dann alt bin, habe ich eine ganz volle Tüte und kann mir viele schöne Erinnerungen anschauen!“

Der Mann war verblüfft, und als er noch über die Worte der Kleinen nachdachte, war diese bereits verschwunden. Neben ihm lag eine gelbe Tüte auf der Bank. Er öffnete sie zaghaft und sah, dass sie fast leer war. Nur ein herzliches Gespräch mit dem kleinen Mädchen war darin. Der Mann lächelte und ihm wurde warm ums Herz. Glücklich machte er sich auf den Heimweg. Und unterwegs warf er seine schwarze Tüte in den Mülleimer.

 

Eine schöne Geschichte. Die schwarze Tüte ist für schlimme Erfahrungen, Wut, Hass, Trauer….die negativen Erlebnisse in einem Leben. Und die gelbe Tüte beinhaltet alles Schöne, Freude, Lachen, Liebe, alles positive was einem widerfährt.

Manchmal frage ich mich, wenn ich Menschen treffe, die scheinbar ein Leben ohne Freude und Lebenslust führen, deren Leben nur aus Arbeit besteht oder Leute die nur in den Tag hinein leben, ohne eine sinnvolle Tätigkeit, Menschen die ihre Lebensenergie nur aus materiellen Dingen wie ein Haus, ein Auto, tolle Urlaube in ferne Länder ziehen können - was werden die Menschen an ihrem Lebensabend sehen wenn sie zurück blicken auf ihr Leben.

Werden sie in eine gelbe Tüte schauen oder in eine schwarze?  Werden sie mit guten Erinnerungen und mit dem Gefühl der Zufriedenheit von dieser Welt gehen? 

Oder stellen sie fest, dass sie in ihrem Leben Dingen nachgejagt sind, die im Grunde genommen sinnlos sind?

Viel Geld zu haben beruhigt…. das tolle, schnelle Auto….das wunderschöne Haus mit großen Garten….das teure Schmuckstück……das schicke Abendessen im noblen Restaurant…..aber sind es wirklich die Dinge, die uns glücklich machen? Die uns eine positive Lebensenergie geben?

Oder ist dieses Nachjagen von vermeintlich schönen Dingen- reicher, besser, schneller als andere- nicht eher eine Flucht?  Eine Flucht, vor unseren eigenen, tiefen Verlangen einfach nur angenommen und geliebt zu werden wie wir sind, ohne dafür eine besondere Leistung zu erbringen.

Sondern einfach weil Gott einen jeden von uns so ausgedacht hat. Mit guten und weniger guten Eigenschaften, mit Eigenheiten die uns ausmachen, mit starken und schwachen Anteilen. Uns selbst zu akzeptieren und unsere Fähigkeiten in die Gesellschaft einzubringen, ist wohl eines der Geheimnisse eines erfüllten Lebens.

Um eine Flucht geht es auch im heutigen Predigttext in Jona 1 bis 2

 

Es geschah das Wort des Herrn zu Jona, dem Sohn Amittais: Mache dich auf und geh in die große Stadt Ninive und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen.

Aber Jona machte sich auf und wollte vor dem Herrn nach Tarsis fliehen und kam hinab nach Jafo. Und als er ein Schiff fand, das nach Tarsis fahren wollte, gab er Fährgeld und trat hinein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weit weg vom Herrn.

Da ließ der Herr einen großen Wind aufs Meer kommen, und es erhob sich ein großes Ungewitter auf dem Meer, dass man meinte, das Schiff würde zerbrechen. Und die Schiffsleute fürchteten sich und schrien, ein jeder zu seinem Gott, und warfen die Ladung, die im Schiff war, ins Meer, dass es leichter würde.

Aber Jona war hinunter in das Schiff gestiegen, lag und schlief. Da trat zu ihm der Schiffsherr und sprach zu ihm: Was schläfst du? Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird dieser Gott an uns gedenken, dass wir nicht verderben. Und einer sprach zum andern: Kommt, wir wollen losen, dass wir erfahren, um wessentwillen es uns so übel geht. Und als sie losten, traf’s Jona. Da sprachen sie zu ihm: Sage uns, um wessentwillen es uns so übel geht? Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her? Aus welchem Lande bist du, und von welchem Volk bist du?

Er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer und fürchte den Herrn, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat.

Da fürchteten sich die Leute sehr und sprachen zu ihm: Was hast du da getan? Denn sie wussten, dass er vor dem Herrn floh; denn er hatte es ihnen gesagt. Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir denn mit dir tun, dass das Meer stille werde und von uns ablasse? Denn das Meer ging immer ungestümer. Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer still werden und von euch ablassen. Denn ich weiß, dass um meinetwillen dies große Ungewitter über euch gekommen ist.

Doch die Leute ruderten, dass sie wieder ans Land kämen; aber sie konnten nicht, denn das Meer ging immer ungestümer gegen sie an. Da riefen sie zu dem Herrn und sprachen: Ach, Herr, lass uns nicht verderben um des Lebens dieses Mannes willen und rechne uns nicht unschuldiges Blut zu; denn du, Herr, tust, wie dir’s gefällt.

Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da wurde das Meer still und ließ ab von seinem Wüten. Und die Leute fürchteten den Herrn sehr und brachten dem Herrn Opfer dar und taten Gelübde.

Aber der Herr ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte.

Und Jona betete zu dem Herrn, seinem Gott, im Leibe des Fisches und sprach: Ich rief zu dem Herrn in meiner Angst, und er antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme.Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, dass die Fluten mich umgaben. Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich,dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen, ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen. Wasser umgaben mich bis an die Kehle, die Tiefe umringte mich, Schilf bedeckte mein Haupt. Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, Herr, mein Gott!Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den Herrn, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel. Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade. Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen. Meine Gelübde will ich erfüllen. Hilfe ist bei dem Herrn.

Und der Herr sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land.

 

Ja….was hat sich Jona wohl gedacht bei seiner Flucht vor dem Auftrag Gottes ? Und wie passt das mit der Geschichte der gelben Tüte zusammen?

Jona versucht sich aus dem Staub zu machen. Wenn die Flucht vor Gott funktioniert hätte, wie wäre es Jona wohl ergangen? Ich glaube seine gelbe Tüte wäre wenig gefüllt.

Aber zum Glück und Gott sei Dank, hat Gott seine Macht angewendet und Jona betet und dankt Gott. Das wird Jona zu einem glücklichen Menschen machen.

„Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade.“

Wir sollen Fähigkeiten, und das ist etwas was aus uns kommt, nicht gekauft oder erworben ist, sondern was Gott uns mitgibt, nutzen. Nicht auf die Flucht gehen oder uns hinter vermeintlich wichtigeren Dingen verstecken. Nein, wir sind Gottes geliebte Kinder, egal ob reich oder arm, gebildet oder naiv, sehr gut aussehend oder eher durchschnittlich.

Und wenn wir genau hinhören, werden auch wir spüren, wohin unsere Reise geht und was wichtig ist, damit wir unsere gelben Tüten füllen können mit wunderbaren Erinnerungen.

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinnen, in Ewigkeit. Amen.


Der neue Konfijahrgang 2021/2022 startet nach den Sommerferien. Das gilt für beide Pfarrbezirke! Wir freuen uns auf die Begegnung mit den neuen Konfis. Hoffentlich können diese Begegnungen wieder live und persönlich und nicht überwiegend am Bildschirm stattfinden!
Vor den Sommerferien werden alle evangelischen Jugendliche, die zwischen dem 01.07.2007 und dem 30.06.2008 Geburtstag haben, Post aus den jeweiligen Pfarrämtern mit einer Einladung/Anmeldung zum Konfiunterricht bekommen. All jene, die auf diesem Weg nicht erreicht werden, die aber gerne in diesem Jahrgang dabei sein wollen, können sich per Mail oder Brief unter Angabe des Namens, der Adresse, der Telefonnummer und des Geburtsdatums in den jeweiligen Pfarrämtern anmelden.