Aktuelles


 

Wiederaufnahme von Gottesdiensten

Liebe Gemeinde,

wir freuen uns, dass wir nun wieder Gottesdienste feiern können. Diese werden allerdings anders aussehen, als wir es gewohnt sind. Die Hygiene- und Abstandsregeln, vor allem aber die Fürsorge füreinander, machen dies momentan nötig. In Kirchvers werden die Gottesdienste vorerst immer auf der Kirchwiese vor der Kirche stattfinden, da wir dort mehr Platz haben. In Kirchvers können dann maximal 60 Personen am Gottesdienst teilnehmen. Bei Regen entfällt der Gottesdienst in Kirchvers. In Weipoltshausen beträgt die maximale Teilnehmerzahl 11 Personen, bei mehreren Personen aus einem Hausstand maximal 15 Personen. In Rodenhausen beträgt die maximale Teilnehmerzahl in der Kirche 11 Personen, bei mehreren Personen aus einem Hausstand 15 Personen. Vor der Kirche in Rodenhausen können maximal weitere 15 Personen über die Lautsprecheranlage am Gottesdienst teilnehmen.

Die Kirchenvorstände bitten darum, die Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten, die vor den Eingängen zu den einzelnen Kirchen jeweils auf einem Plakat gut lesbar platziert sind. An dieser Stelle sei schon einmal vor allem darauf hingewiesen, dass man am Gottesdienst nur mit einem Mund-/Nasenschutz teilnehmen kann. Wir bitten darum, diesen beim Betreten der Kirche bzw. der Kirchwiese aufzusetzen. Die möglichen Sitzplätze werden in den Kirchen jeweils markiert sein. Bitte achten Sie auch beim Rein– und Rausgehen auf den Mindestabstand von 1,5, besser von 2 Metern. Auf Gesang werden wir vorerst verzichten müssen, die Orgel bzw. das E-Piano werden aber natürlich in der Regel zu hören sein.

 

Bitte achten Sie auch auf die teilweise vom „normalen“ gottesdienstlichen Alltag abweichenden und unterschiedlichen Zeiten. Die Predigt wird, sofern Pfarrer Hölscher den Gottesdienst feiert, vorerst weiterhin auf der Homepage veröffentlicht als Audio- und Textdatei. Sie wird immer nach den Gottesdiensten auf die Homepage gestellt.

 

Gottesdienst an Christi Himmelfahrt, 21.05.

Kirchvers                  10:30 Uhr

 

Gottesdienst am Sonntag, 24.05.

Rodenhausen          10:30 Uhr

 

Gottesdienst am Pfingstsonntag, 31.05.

Kirchvers                  10:30 Uhr

 

Gottesdienste am Sonntag, 07.06.

Weipoltshausen      09:00 Uhr

Kirchvers                  10:30 Uhr

 

Gottesdienste am Sonntag, 14.06.

Rodenhausen          09:30 Uhr

Kirchvers                  10:30 Uhr

 

Gottesdienste am Sonntag, 21.06.

Weipoltshausen      09:00 Uhr

Kirchvers                  10:30 Uhr

 

Gottesdienste am Sonntag, 28.06.

Rodenhausen          09:30 Uhr

Kirchvers                  10:30 Uhr

 

Gottesdienste am Sonntag, 05.07.

Weipoltshausen       09:00 Uhr

Kirchvers                   10:30 Uhr

 

Alle Gruppen, Kreisen, Chöre etc. in unseren Gemeinden müssen leider weiterhin vorerst entfallen. Auch Geburtstagsbesuche, Besuche zu Jubiläen etc. finden vorerst weiterhin nicht statt.

Trotz der momentanen Umstände wird Pfarrer Hölscher versuchen, seelsorgerisch bestmöglich für Sie da zu sein. Bitte nehmen Sie Kontakt auf, wenn Ihnen danach ist: Tel. 06426-262, Mail: Pfarramt.Kirchvers@ekkw.de

Bleiben Sie gesund und seien Sie behütet.


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Predigt zu Pfingsten
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Predigt zu Pfingsten

 

1200 Kilometer hat sie zurückgelegt. Ein 15jähriges Mädchen. Mit dem Fahrrad. In Indien. Quer durchs Land. Bei 30 bis 40 Grad im Schatten. Nicht allein. Mit dem kranken Vater auf dem Gepäckträger. Aus der Nähe von Neu-Delhi bis ins Heimatdorf.Weil durch Coronamaßnahmen und Geldmangel nichts anderes mehr ging, war das die einzige Möglichkeit nach Hause zu kommen: fürs letzte Geld ein altes Fahrrad kaufen, den Vater auf den Gepäckträger und dann in die Pedale treten. Tag für Tag. Bei sengender Hitze.

Unterwegs halfen manche Leute. Mit Essen und Trinken. Einem Platz zum Schlafen.

Manche Leute spotteten. Machten sich lustig. Ein Mädchen, das ihren Vater durchs Land schaukelt. Wo gibts denn sowas? Ist die noch bei Sinnen?

Das Mädchen aber ließ sich nicht beirren. Behielt ihr Ziel vor Augen: Papa nach Hause bringen. Das hatte sie Mama versprochen. Und das tat sie.

 

Nach zehn Tagen kamen sie an im Heimatdorf. Das Mädchen und ihr Vater. Nach 1200 Kilometern. Quer durch Indien. Auf einem alten Fahrrad und einem alten Gepäckträger. Nun waren und sind sie wieder vereint an einem Ort als Familie. Im Heimatdorf.

Eine kaum zu glaubende und doch wahre Geschichte, liebe Gemeinde. Eine Geschichte, die von Hingabe, von Liebe, in gewisser Weise auch von einem positiven Verrücktsein spricht.

Viele andere hätten wohl von vornherein gesagt: „Das klappt doch nie. Müssen wir gar nicht erst versuchen.“

Und etliche haben gespottet auf dieser besonderen Reise über das Mädchen mit dem klapprigen Fahrrad und den kranken Vater auf dem Gepäckträger.

Das Mädchen aber hat sich nicht beirren lassen. Ist ihrer Eingebung, ihrem Impuls, auch ihrem Versprechen an die Mutter gefolgt: Papa nach Hause zu bringen.

 

In der Lesung der Pfingstgeschichte heute haben wir auch etwas vom Spott und vom Lustigmachen der Leute gehört. Wenn da über die Jünger gesagt wird, die auf einmal in anderen Sprachen sprechen können: „Die haben doch nur zu viel getrunken.“ Sprich: Die sind nicht ernst zu nehmen, sind ein bisschen neben der Spur. Sind ein bisschen verrückt.

Und tatsächlich klingt das ja komisch, was uns die Pfingstgeschichte erzählt: „Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander…und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“

 

Heutzutage versuchen viele Menschen mit viel Mühe andere, fremde Sprachen zu lernen. Mit mehr oder weniger Erfolg. Mit mehr oder weniger Durchhaltevermögen. Und von den Jüngern wird uns erzählt, dass sie auf einmal in fremden Sprachen predigen konnten. Ohne absolvierten Grund- und Aufbaukurs in der jeweiligen, fremden Sprache.

Kein Wunder, dass die Leute damals fragten, was denn jetzt los sei.  Und manche gar meinten: „Die haben doch nur zu viel getrunken.“

Kein Wunder, dass vom Pfingstwunder gesprochen. Als höchstem christlichen Feiertag nach Ostern und Weihnachten.

 

Und letztlich ist es ja das, was wir an Pfingsten feiern. Nicht das zu viel trinken. Nicht dass Sie mich falsch verstehen. Aber das im Leben völlig unerwartet Dinge möglich sind. Durch den Heiligen Geist. Dass Menschen sich verstehen, die komplett andere Sprachen sprechen. Dass Menschen Worte füreinander finden, die verständlich sind. Dass Menschen Einfälle haben, die anderen gut tun. Wenn ich an das indische Mädchen und ihren Vater denke. Das ist auch eine Sprache, die wohl jeder Mensch versteht. Die Sprache der Liebe. Ausgedrückt in dieser für manchen völlig verrückten Idee, den Vater auf dem Gepäckträger des alten Fahrrads quer durchs Land zu fahren. Eigentlich eine unglaubliche Idee. Aber umgesetzt. Die Sprache davon auf der ganzen Welt verständlich. Überall wird davon berichtet.

Ich bin mir sicher: Wir haben gerade in dieser Ausnahmensituation durch Corona immer wieder neu das Pfingstwunder nötig. Dass der Geist uns berührt und Ideen schenkt. Die vor kurzem vielleicht noch abwegig waren. Nicht vorstellbar. Vielleicht auch einfach nicht so gebraucht waren.

DJs legen bei Autokonzerten auf. Kabarettisten stehen vor hunderten von Autos und führen ihr Programm durch. Eine junge Frau erledigt für eine hilfsbedürftige, bis dahin völlig fremde Frau aus dem Ort, die Einkäufe. Die Beiden bauen in gewisser Weise eine Bindung dadurch auf. Manche Fußballspiele werden vom Sender mit tonmäßig künstlicher Stadionatmosphäre versehen, damit das Zuschauen und Zuhören für manche angenehmer ist. Eltern haben ganz neue Einfälle was sie mit ihren Kindern in der langen Zeit unternehmen. Das Wort Nachbarschaftshilfe wird neu definiert.

 

Und auch in Zukunft werden wir viele Einfälle brauchen. Werden es brauchen, dass der Geist in uns und unter uns wirkt. Er uns auch mal für andere erstmal völlig verrückt wirkenden Einfälle schenkt, wie damals den Jüngern und dem Ausspruch der Leute: Die haben doch nur zu viel getrunken.

Der Geist weht wo er will, heißt es so schön. Ich hoffe, wir sind bereit dafür. Für Neues, Ungewohntes, positiv Verrücktes. In der Gesellschaft. Auch in der Kirche. Nicht immer nur am immer so gewesenen festhalten. Sondern auch immer wieder bereit sein für neue Ideen, Impulse. Ungewohntes. Spannendes. Kontroverses. Positiv Verrücktes.

Nicht zu oft fragen: Was werden denn dann die Anderen sagen? Was sollen die Anderen bloß von mir denken? Von uns denken? Die halten mich gar für verrückt. Nein, immer wieder den Mut haben. Geistesblitze. Einfällen. Dem Geist zu folgen. Ihn wirken zu lassen.

In gewisser Weise ist mir das indische Mädchen da Vorbild. Dass die Anderen hat reden lassen. Und gemacht hat. Fahrrad gekauft. Papa auf den Gepäckträger. Losgefahren. Dem Versprechen an die Mama gefolgt: Papa nach hause bringen. Zur Not eben mit dem Fahrrad.

Eine Sprache, die alle verstehen. Egal wo sie leben. Eine Sprache, von der wir sonst häufig zu Beginn des Gottesdienstes singen:

 

Komm, Heiliger Geist, mit deiner Kraft, die uns verbindet und Leben schafft. Schenke uns von deiner Liebe, die vertraut und die vergibt. Alle sprechen eine Sprache, wenn ein Mensch den andern liebt Amen.


Hilfeleistungen der Gemeinde Lohra für Personen der Risikogruppe oder in häuslicher Quarantäne

Sollten Sie sich aufgrund der Empfehlung des Gesundheitsamtes in häusliche Quarantäne begeben oder zu einer der Risikogruppen gehören und können auf kein Hilfenetzwerk durch Familie, Freunde, Nachbarn etc. zur Versorgung zurückgreifen, besteht die Möglichkeit, sich von Montag bis Freitag, 8.00 bis 12.00 Uhr, telefonisch unter 06462/2007-12 oder 2007-10 oder per e-mail: petra.weber@lohra.de an die Gemeinde Lohra zu wenden.

Von dort werden die Hilfeleistungen koordiniert.

 

Freiwillige Helfer/innen werden gerne noch angenommen.