Aktuelles


Für die Gottesdienste in der Kirche in Kirchvers gilt ab dem 01. Advent die 2G Regel. Ausgenommen davon sind Kinder unter 6 Jahren, Schüler/innen bis zum 18. Lebensjahr mit Testheft und Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen dürfen (diese müssen einen aktuellen Negativtest vorlegen).

Für die Gottesdienste in Rodenhausen und Weipoltshausen gilt die 3G Regel.

Beim Negativtest darf ein Schnelltest nicht älter als 24 Stunden, ein PCR Test nicht älter als 48 Stunden sein).

Gottesdienste am 28.11. (Erster Advent)

Rodenhausen          09:30 Uhr (Vikarin Alwine Schulze)

Kirchvers                   10:30 Uhr (mit Abendmahl und Getränken nach dem Gottesdienst, Vikarin Alwine Schulze)

 

Gottesdienste am 05.12.

Weipoltshausen      09:00 Uhr

Kirchvers                   10:30 Uhr

 

Gottesdienste am 12.12.

Rollshausen              09:30 Uhr

Kirchvers                   10:30 Uhr

 

Gottesdienste am 19.12.

Weipoltshausen      09:00 Uhr

Kirchvers                   10:30 Uhr


Bibelgesprächskreis am Dienstag, 30.11. um 19:00 Uhr in Weipoltshausen (Kirche).


Posaunenchor immer dienstags um 20:15 Uhr, Anfängerkurs um 19:00 Uhr in Weipoltshausen (Dorfgemeinschaftshaus).


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Predigt zum 1. Advent von Vikarin Alwine Schulze
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Predigt zum 1. Advent von Vikarin Alwine Schulze

Gott schenke uns ein Herz für sein Wort und ein Wort für unser Herz! Amen. 

 

Die Zeit ist gekommen, um neu zu beginnen. Morgen werde ich die Äpfel im Garten auflesen und einen Apfelkuchen backen- sagt eine Frau Ende 40, die eine schwere Krankheit überwunden hat.

 

Die Zeit ist gekommen, um loszulassen. In der Zukunft werden wir ohne sie weiterleben. Sagen Angehörige, die einen im Sterben liegenden Menschen begleiten.

 

Die Zeit ist gekommen, um nach einem Streit endlich wieder miteinander zu sprechen. Wir wollen wieder gemeinsame Feste feiern. Sagen zwei Brüder, die sich früher so gut verstanden haben.

 

Solche Momente, in denen ich ganz genau weiß, was jetzt zu tun ist, kommen oft plötzlich. Da fasse ich einen Entschluss und habe auf einmal einen Gedanken, von dem ich vorher nichts geahnt hatte.

 

Für mich ergibt sich vieles im Leben in sehr kleinen Schritten, die ich nacheinander gehe. Ich weiß oft nicht, was in der Zukunft alles passieren wird, welche Probleme da warten und wo es Stolpersteine gibt, ich weiß auch nicht, was für glückliche Zeiten da noch kommen werden. Aber ich habe das Vertrauen, dass ich den richtigen Augenblick finde, um mich zu bewegen und einen Schritt weiter zu gehen.

 

Dabei tragen mich Gottes hoffnungsvolle Worte.

 

Ich lese aus dem Predigttext in Jeremia 23, 5-8:

 

Seht, die Zeit wird kommen, – so spricht Gott – da lasse ich für David einen gerechten Spross erstehen; diese Person wird umsichtig herrschen und Recht und Gerechtigkeit im Land umsetzen. Zu jener Zeit wird Juda Hilfe zuteilwerden und Israel in Sicherheit wohnen. Ihr Name wird sein: Gott ist unsere Gerechtigkeit.
Deshalb seht, die Zeit wird kommen, – so spricht Gott – da sagt niemand mehr: So wahr Gott lebt: Gott hat die Kinder Israels aus dem Land Ägypten herausgeführt. Es ist vielmehr zu hören: So wahr Gott lebt: Gott hat die Nachkommen des Hauses Israel aus dem Nordland herausgeführt und aus allen Ländern, in die ich sie zerstreut habe, und hat sie heimgebracht, damit sie auf ihrem eigenen Boden wohnen können.

 

Die Zeit ist gekommen, dass ein gerechter König für uns da ist. So wussten es die Menschen in Jerusalem, als sie Jesus von Nazareth empfangen haben. Wir haben die Geschichte schon als Lesung gehört. Jesus reitet auf einem Esel die Straße nach Jerusalem hinauf und durch das Stadttor hindurch. „Macht hoch die Tür“, haben wir vorhin auch schon gesungen. Die Menschen damals haben das Stadttor weit aufgemacht und Jesus mit Palmenzweigen begrüßt. Sie haben ihm zugejubelt und ihn willkommen geheißen.

 

Sie wussten auf einmal: Die Zeit ist gekommen. Jetzt kann Frieden kommen.  

 

Da beginnt etwas Neues.

 

Ich habe die Geschichte zur Osterzeit mit Kindern aus der 1. Klasse nachgespielt. Denn die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem steht nicht nur am Anfang der Adventszeit, sondern auch am Anfang der Ostergeschichte, am Gründonnerstag. Da kommt Jesus in die Stadt und wird bejubelt. Die Kinder haben die verschiedenen Rollen in der Geschichte nacheinander ausprobiert: Die jubelnde Menge, und auch einmal kurz als König über den Teppich von Zweigen laufen. Die meisten Kinder waren begeistert dabei, den anderen zuzujubeln. Aber selbst da entlang zu kommen und von anderen bejubelt zu werden, das mochten viele nicht. Das ist unangenehm, meinten sie. Da will ich lieber schnell wieder weg.

 

Viele Menschen wollen gar nicht selbst im Rampenlicht stehen, sondern überlassen das lieber den Anderen. Und einige wollen auch gar nicht im Tumult mit dabei sein, sondern stellen sich lieber etwas abseits, um aus der Distanz zu beobachten. Wieder andere stehen richtig gern im Mittelpunkt und brauchen die Aufmerksamkeit von anderen.

 

Wie kann Gottes Einzug in Jerusalem Menschen verändern?

 

Ich denke, es sind die kleinen Schritte, die wir im richtigen Moment gehen. Wenn sich ein Mensch für Gottes Frieden öffnet, dann heißt es nicht, dass er auf einmal einen ganz anderen Charakter hat. Aus denen, die lieber mit etwas Abstand beobachten, werden nicht die, die Aufmerksamkeit lieben. Und diejenigen, die gern im Mittelpunkt stehen, werden sich nicht abseits vom Tumult aufstellen. Und das ist auch gut so. Aber ich denke, wenn die Zeit gekommen ist, dann kann sich jeder Mensch bewegen lassen und ein Stück weit den Weg des Friedens weitergehen. Den Weg des Friedens mit Gott, mit den Anderen und mit sich selbst.

 

So sagt es auch eine jüdische Vorstellung vom Messias. Wenn der Messias kommt, dann wird er nicht Himmel und Erde einstürzen lassen und komplett neu aufbauen. Sondern er wird alles, was auf der Welt aus den Fugen geraten ist, nur ein kleines Stück zurechtrücken. Und dann wird Frieden sein.

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.