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DIE ANALOGEN GOTTESDIENSTE FINDEN STATT, WENN DER INZINDENZWERT IM LANDKREIS MARBURG-BIEDENKOPF NICHT ÜBER 200 LIEGT.


Liebe Gemeinde,

die Kirchenvorstände bitten darum, die Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten, die jeweils vor den Eingängen zu den einzelnen Kirchen bzw. dem Dorfgemeinschaftshaus auf einem Plakat gut lesbar platziert sind. An dieser Stelle sei schon einmal darauf hingewiesen, dass  das Tragen eines medizinischen  Mund-/Nasenschutzes während der Gottesdienste nötig ist. 

 

Bitte achten Sie auch auf die teilweise vom „normalen“ gottesdienstlichen Alltag abweichenden, unterschiedlichen Zeiten. Die Predigt wird, sofern Pfarrer Hölscher oder Vikarin Schulze den Gottesdienst feiern, weiterhin auf der Homepage als Audio- und Textdatei veröffentlicht. Sie wird immer nach den Gottesdiensten auf die Homepage gestellt.

 

Gottesdienste am 24.01.

Rodenhausen         09:30 Uhr

Kirchvers                  10:30 Uhr

 

Gottesdienste am 31.01.

Weipoltshausen         09:00 Uhr

Kirchvers                      10:30 Uhr

 

Gottesdienste am 07.02.

Weipoltshausen         09:00 Uhr

Kirchvers                      10:30 Uhr

 

 

Gottesdienste am 14.02.

Rodenhausen         09:30 Uhr (Vikarin Schulze)

Kirchvers                  10:30 Uhr (Vikarin Schulze)

 

Gottesdienste am 21.02.

Weipoltshausen         09:00 Uhr

Kirchvers                      10:30 Uhr

 

Gottesdienste am 28.02.

Rodenhausen         09:30 Uhr

Kirchvers                  10:30 Uh

 


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Die Predigt vom 24.01. zum Anhören
Predigt vom 24.01..m4a
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Predigt vom 24. Januar

 

Und Elimelech, Noomis Mann, starb und sie blieb übrig mit ihren beiden Söhnen.

Die nahmen moabitische Frauen; die eine hieß Orpa, die andere Rut. Und als sie ungefähr zehn Jahre dort gewohnt hatten, starben auch die beiden, Machlon und Kiljon, sodass die Frau beide Söhne und ihren Mann überlebte.

 

So heißt es, liebe Gemeinde, zu Beginn dieses alten Textes, den wir heute als Lesung gehört haben. Im Buch Rut, Kapitel 1.

Hören wir uns den einen Teil ruhig noch einmal an: „Sodass die Frau beide Söhne und ihren Mann überlebte.“

Wie viel Bitterkeit steckt in diesen Worten? Viel Schlimmeres kann einem Menschen nicht widerfahren: Als Mutter sterben der Mann und vor allem beide Kinder vor einem selbst.

Viel schlimmer geht es wirklich nicht.

Eltern, die den Verlust eines Kindes erleben mussten, werden sagen können wie schmerzhaft dies ist. Wie weh das tut. Es gibt wohl kaum einen größeren Schmerz.

Jene Noomi befindet sich in genau so einer Situation. Vor Jahren war sie wegen einer Hungersnot aus der Heimat geflohen in dieses fremde Land der Moabiter. Gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen. Nun sind alle drei tot. Nur sie und die beiden Schwiegertöchter leben noch. Jetzt soll es zurückgehen in die alte Heimat, in der keine Hungersnot mehr herrscht.

Wir bekommen diese Frau gar nicht erst als lebensferne Superheldin dargestellt. Sondern als Mensch aus Fleisch und Blut. Als eine Frau, die hadert. Die sich wohl die Frage nach dem Warum stellt. Die zu ihren Schwiegertöchtern sagt:

Mein Los ist zu bitter für euch, denn des HERRN Hand ist gegen mich gewesen.

 

Ein Satz, der auch heute Menschen ganz ähnlich über die Lippen kommt. Manchmal vielleicht auch runtergeschluckt wird. Ein Satz, der etwas ausdrückt darüber, dass das Leben manchmal so hart war und ist, dass man sich fragt „Warum?“

Warum musste ich das erleben? Warum ist mir das passiert?

Ja, vielleicht ähnliches wird gefragt oder gesagt wie es Noomi tut: „Mein Los ist zu bitter, denn des Herrn Hand ist gegen mich gewesen.“

Ein alter Satz, der aber ja auch heute aktuell ist. Wenn Menschen das Gefühl haben, das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen.

Wenn Menschen meinen, Gott meint es nicht gut mit ihnen.

Wenn sie einfach nicht mehr weiterwissen.

Auch heute kommen Worte so und ähnlich ja Menschen über die Lippen, die mit ihrem Leben hadern. Verständlicherweise hadern. So wie Noomi, die zwei Söhne hatte, an deren Grab sie jeweils stehen musste.

Verständlich, dass sie sagt: Mein Los ist zu bitter. Allzu verständlich. Sie kann einem leidtun, diese Frau. Vielleicht tut sie auch den beiden Schwiegertöchtern leid, die sie jetzt auf dem Weg in ihre alte Heimat begleiten wollen.

Die eine überlegt es sich zwar noch anders und bleibt doch lieber wo sie ist. Die andere aber, Rut, lässt sich nicht abbringen und ruft fest überzeugt aus:

 

Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.

 

Worte der Treue, die wir zu hören bekommen. Mag sein, dass manche sagen: Klingt ein bisschen komisch aus dem Mund einer Schwiegertochter zur Schwiegermutter: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen…“

Heute werden ja eher gerne mal Witze über das Verhältnis zu den Schwiegereltern gemacht.

Und ich bin mir nicht sicher, ob alle Brautpaare, die jenen Spruch als Trauspruch zur Hochzeit wählen, um den Hintergrund davon wissen. Spielt auch nicht die große Rolle. Viel wichtiger ist doch das, was da ein Mensch dem Anderen verspricht: Treue.

Das Versprechen mit ihm oder ihr durch dick und dünn zu gehen. So wie sich das Brautpaare gerne versprechen und vornehmen, auch wenn es dann nicht immer klappt wie es sich einst vorgenommen wurde.

Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.

Mit wem gehe ich durch dick und dünn?

Welche Menschen sind an meiner Seite, wenn ich sie brauche? Wenn um mich herum alles einstürzt und in Trümmern liegt.

Wer steht dann zu mir?

 

Der Predigttext heute fordert mich und uns regelrecht dazu auf, sich darüber mal Gedanken zu machen. Wer ist für mich da, wenn ich Hilfe brauche?

So wie Rut für ihre Schwiegermutter, die diese Worte von sich gibt und sie dann später auch einhält. Die mit ihr geht. Die bei ihr bleibt. Die sich durch nichts scheiden lässt in ihrer Treue zur Schwiegermutter.

Wer ist für mich da? Gerade in den schweren Phasen des Lebens? Wenn ich nicht der gut gelaunte, bestens aufgelegte, sympathische Kerl bin. Sondern wenn ich hadere, nachdenklich bin, schlecht drauf bin.

Rut hat mit Noomi so einen Menschen an ihrer Seite. Sie kann sich glücklich schätzen.

Viele werden jetzt in dieser Krisenzeit merken, wer trotzdem für sie da ist. Wer sie nicht hängen lässt. Wer sich meldet. Anruft. Nachfragt.

Viele haben es gemerkt, als sie schwere Zeiten durchzustehen hatten. Als man, ähnlich wie Noomi, mit Gott und der Welt am Hadern war. Als die Trauer größer war als die Zuversicht. Als man ans Krankenbett gefesselt war oder die inneren Fesseln einer Depression oder anderem einen gebunden und niedergedrückt haben.

Und auch die Kirche wird sich fragen lassen müssen nach dieser Krise, wie treu sie an der Seite der Menschen gewesen ist.

 

Gott sei Dank, wenn man jemanden hat, der mit einem durch dick und dünn geht.

Gott sei Dank, wenn einem der Glaube auch in schweren Zeiten nicht abhandenkommt. Denn nur so kann Rut dann ja auch ausrufen:

Dein Gott ist mein Gott.

Auch wenn ich mal hadere. Schimpfe. Meckere. Mit Mitmenschen. Mit Gott. Weil mir alles zu viel ist. Weil ich nach dem Warum frage.

 

Gott bleibt treu, auch wenn es mir manchmal anders vorkommt.

Gott geht mit. An meiner Seite. An unsrer Seite. Durch dick und dünn.

Gott und einen Menschen an der Seite zu haben, der mitgeht durch dick und dünn. Das ist viel wert. So kann ich gehen. Weitergehen. Mit diesen schönen Worten im Ohr:

Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.
Amen.



Hilfeleistungen der Gemeinde Lohra für Personen der Risikogruppe oder in häuslicher Quarantäne

Sollten Sie sich aufgrund der Empfehlung des Gesundheitsamtes in häusliche Quarantäne begeben oder zu einer der Risikogruppen gehören und können auf kein Hilfenetzwerk durch Familie, Freunde, Nachbarn etc. zur Versorgung zurückgreifen, besteht die Möglichkeit, sich von Montag bis Freitag, 8.00 bis 12.00 Uhr, telefonisch unter 06462/2007-12 oder 2007-10 oder per e-mail: petra.weber@lohra.de an die Gemeinde Lohra zu wenden.

Von dort werden die Hilfeleistungen koordiniert.

 

Freiwillige Helfer/innen werden gerne noch angenommen.