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Die Predigt vom 22. Mai von Lektorin Cornelia Schlickeiser zum Anhören
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Predigt von Lektorin Cornelia Schlickeiser am 22. Mai (Sonntag Rogate)

 

Der Friede Gottes sei mit uns allen.

1 Und es begab sich, dass er an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. 2 Er aber sprach zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Vater! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. 3 Gib uns unser täglich Brot Tag für Tag 4 und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben jedem, der an uns schuldig wird. Und führe uns nicht in Versuchung.

 

 Liebe Gemeinde,

 Beten können wir lernen. Es ist mit dem Beten so

 ähnlich wie mit anderen grundlegenden Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben: Wenn es

 jemand einem zeigt und man übt, lernt man es. Dabei muss man es nicht bis zur Perfektion

 bringen. Beim Lesen und Schreiben machen viele Menschen kleine Fehler. Aber die

 Hauptsache ist: Sie können sich über das Lesen und Schreiben mit Menschen verständigen,

 die ihnen im Moment nicht gegenüberstehen. Genau darum geht es auch beim Beten. Dass

 wir uns verständigen, und zwar mit Gott. Damit wir ihn hören und er uns hört, brauchen wir

kein fehlerfreies Gebet. Es reicht, dass wir beten.

In unserem Predigttext richten die Jünger an Jesus die Bitte: „Herr, lehre uns beten.“ Wie

kommen sie darauf, dass sie zu beten lernen wollen? Sie haben gesehen wie Jesus betet.

So geht es uns mit vielen Dingen. Wir sehen, dass jemand etwas kann, z.B. ein Instrument

 spielen, und das weckt den Wunsch, es auch zu können. Als die Jünger sahen, wie Jesus

 betet, müssen sie gespürt haben, wie wertvoll das Beten für ihn ist. Aus dem Gespräch mit

 Gott hat Jesus gelebt. Im Gebet hat er den Willen Gottes und eine große Zuversicht

 empfangen. Weil Jesus den Willen Gottes tat, war er so geradlinig, so liebevoll, so voller

 Kraft. So wollten die Jünger auch sein, so wie ihr Meister. Darum ist das ihre Bitte: „Herr,

lehre uns beten.“

 Jesus erfüllt ihnen diese Bitte. Denn Jesus möchte, dass seine Jünger so sind wie er. Er

möchte keinen Vorsprung vor ihnen haben, sondern seine Lebensweise mit ihnen teilen. Vor

 allem: Seine Jünger sollen Gott genauso nahe sein wie er. Darum lehrt er sie gern zu beten.

 

 

 Wie macht Jesus das? Er lehrt sie zu beten, indem er betet und sie in dieses Gebet

 hineinnimmt. Jesus gibt keine Gebetsanleitung, auch keine Tipps dazu, sondern er gibt den

 Jüngern ein kurzes Gebet vor. Auch damit macht Jesus das Beten leichter und für uns

 zugänglicher. Nicht viele Worte müssen wir machen, Gebete müssen nicht lange dauern,

 damit sie wirken, sondern mit wenigen Worten erreichen wir Gott. Eine Kurzform des

 Vaterunsers ist es, die Jesus lehrt:

 Das Gebet beginnt mit der Anrede Gottes: „Vater“. Egal, wen wir ansprechen, wir bekommen

 einen leichteren Zugang, wenn wir die Person benennen. So sollen wir auch Gott

 ansprechen, damit unser Gebet in seine Richtung geht. Denn er ist ein lebendiges

 Gegenüber und nicht eine Idee oder ein Gedanke. Die Anrede „Vater“ aber macht es

 manchen schwer zu beten. Denn sie haben nicht einen Vater erlebt, mit dem sie

 vertrauensvoll reden konnten. Er war nicht so, wie sie sich ihren Vater gewünscht haben:

 aufmerksam, unterstützend und barmherzig, sondern eher abwesend, unberechenbar,

einengend hart oder gar übergriffig.

 

Jesus will, dass wir alle mit Vertrauen zu Gott beten. Er will die Hindernisse aus dem Weg

 räumen. Deshalb erzählt er die Geschichte vom Vater und seinen zwei Söhnen. Dieser Vater

 ist ein Vater, wie Jesus ihn meint. Als der jüngere Sohn gehen will, lässt der Vater ihn

ziehen. Er gibt ihm sogar sein Erbe. Der jüngere Sohn darf sich ausprobieren, Fehler

 machen, in Freiheit seinen Lebensweg wählen. Und als dem Sohn der Weg in die Freiheit

 misslingt und er verarmt nach Hause kommt, fällt der Vater ihm voller Freude um den Hals.

 Statt ihm Vorhaltungen zu machen, gibt er ihm neue Kleider; und anstatt seinen Sohn zu

 strafen, veranstaltet er ein großes Fest für ihn. Mit dieser Geschichte will Jesus uns sagen:

 So ist Gott. Zu einem solchen Vater betet ihr.

 

 Nach der Anrede kommen die beiden ersten Bitten: „Dein Name werde geheiligt. Dein Reich

 komme.“

 Den ersten Platz in dem Gebet Jesu haben die Angelegenheiten Gottes. Sein Name soll

 geheiligt werden, und sein Reich soll kommen.

 Beim Beten geht es also nicht darum, dass ich Gott meine Wunschliste vorlege. Vielmehr

 geht es zuerst um Gott. In seinem Namen begegnet uns Gott selbst. Und es soll unsere

erste Bitte sein, dass sein Name geheiligt wird. Seinen Namen heiligen bedeutet, dass wir

 erkennen und bekennen: Er ist der Schöpfer. Er ist der Herr der Welt. Er ist uns, seinen

 Geschöpfen, voraus. Er war von Anfang an da, während er uns zuerst schaffen musste. Mit

 seiner Schöpfung hat Gott etwas vor. Sein Reich will er aufrichten. Es ist ein Reich der

 

 Gerechtigkeit und des Friedens. Die Liebe wird in seinem Reich regieren. Aber dieses Reich

 muss erst noch kommen. Um das Kommen seines Reiches sollen wir beten.

 

 Dann kommen unsere Angelegenheiten an die Reihe. Die nächste Bitte lautet: Gib uns unser

 tägliches Brot Tag für Tag.

Diese Bitte fügt sich nahtlos an die beiden ersten Bitten vom Namen Gottes und seinem

 Reich an. Das bedeutet: Wo Gott der erste Platz zukommt, kommen wir mit unseren

 Bedürfnissen auf keinen Fall zu kurz. Wenn Gottes Reich kommt, wird uns Menschen nichts

 fehlen. Alles, was wir zum Leben brauchen, gehört in die Bitte um das tägliche Brot hinein:

ein Dach über dem Kopf, Gesundheit, gute Arbeit und vieles mehr. Unseren Bitten um das

 tägliche Brot sind keine Grenzen gesetzt. Und was so wichtig ist: Wir bitten nicht um mein

 tägliches Brot, sondern um unser tägliches Brot. Es geht beim Beten nicht nur um mich,

 sondern um alle Menschen. Darum gehören in diese Bitte die vielen Menschen hinein, die

 Hunger leiden und die auf der Flucht sind.

 

 Danach wendet Jesus sich mit seinen Bitten einem anderen Lebensbereich zu und lehrt die

 Jünger zu beten: Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir vergeben jedem, der an uns

 schuldig wird. Geheilte Beziehungen sind genauso wichtig wie ein gutes Auskommen. Denn

 Streit und Hass können uns auffressen. Geheilte Beziehungen gibt es aber nur durch

Vergebung, weil wir immer wieder aneinander schuldig werden. Vergebung hat zwei Seiten.

 Wir brauchen Vergebung für unsere Sünden, und genauso ist es nötig, dass wir denen

 vergeben, die an uns schuldig geworden sind. Der Ursprung der Vergebung ist Gott. Darum

richtet sich unsere Bitte um Vergebung an ihn. Gott erhört unsere Bitte um Vergebung. Denn

 er ist voller Erbarmen. Er kann und will gar nicht anders als uns zu vergeben, wenn wir ihm

 unsere Schuld bekennen. Mit seiner Vergebung macht Gott uns unendlich froh. Dann geht

es gar nicht mehr anders, als dass wir denen vergeben, die an uns schuldig geworden sind.

 Durch diese doppelte Vergebung erfährt unser Miteinander Heilung. Manchmal ist es ein

 langer Weg. Aber es ist gut, sich auf diesen Weg zu machen.

 

 Die letzte Bitte beschäftigt sich mit unserer Zukunft: Und führe uns nicht in Versuchung.

Viele Möglichkeiten und Wege bietet uns das Leben an. Manchmal lassen wir uns auf einen

 Holzweg locken. Vielleicht werden uns Versprechungen gemacht, vielleicht knüpfen wir auch

 große Erwartungen daran. Aber irgendetwas stimmt an diesem Weg nicht. Am Ende eines

 solchen Weges merken wir: Das war nicht richtig.

 

 Darum geht es bei der Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“, dass Gott uns vor falschen

 Wegen bewahrt. Denn Gott will, dass wir bei ihm ankommen, wie wir schon bei ihm sind,

wenn wir beten.

Mit einem kurzen Gebet hat Jesus uns zu beten gelehrt. Gott gehört an den Anfang unseres

Betens. Wir sollen darum bitten, dass sein Name geheiligt werde und sein Reich komme. In

seinem Reich finden unsere Bedürfnisse höchste Beachtung. Darum bitten wir um unser

tägliches Brot. Sein Reich ist ein Reich des Friedens. Darum beten wir um Vergebung. Und

damit wir die guten und richtigen Wege gehen, darum beten wir: Und führe uns nicht in

Versuchung.

Unser Leben mit allen Erfahrungen, Hoffnungen, Wünschen und Befürchtungen findet in

dem Gebet Jesu seinen Platz. Folgen wir diesem Gebet und nehmen hinein, was uns auf

dem Herzen liegt, lernen wir zu beten.

 

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen



Gemeinsamer Gottesdiensts des Großkirchspiels an Christi Himmelfahrt, 26.05. (unter der Linde, vor der Kirche Rodenhausen)   

Rodenhausen 10:30 (mit Verabschiedung von Vikarin Alwine Schulze, mit Taufe, mit Essen und Trinken im Anschluss an den Gottesdienst)

 

Gottesdienste am Sonntag, 29.05.

Weipoltshausen        09:30 Uhr

Kirchvers                     10:45 Uhr (mit Taufe und Getränken nach dem Gottesdienst)

 

Geneinsamer Gottesdienst des Großkirchspiels am Sonntag, 05.06. (Pfingstsonntag)

Lohra                        11:00 Uhr

 

Gottesdienste am Pfingstmontag, 06.06.

Weipoltshausen      09:30 Uhr (mit Abendmahl)

Kirchvers                   10:45 Uhr (mit Abendmahl)

 

Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden/innen 2021/2022 am Sonntag, 12.06.

Kirchvers                   10:45 Uhr (der Gottesdienst wird von den Konfirmanden/innen gestaltet)

 

Gottesdienste am Sonntag, 19.06.

Weippoltshausen       09:30 Uhr

Kirchvers                     10:45 Uhr (mit Taufe)

 

Gottesdienste am Sonntag, 26.06.

Rodenhausen              09:30 Uhr

Kirchvers                     10:00 Uhr (Konfirmationsgottesdienst)


Kindergottesdienst jeden ersten und dritten Sonntag im Monat in Rodenhausen. Treff um 10:00 Uhr vorm DGH.

In Weipoltshausen ab 15. Mai jeden ersten, dritten und fünften Sonntag im Monat um 10:30 Uhr in der Kirche.


KinderJugendKirche (KiJuKi) am Samstag, 28. Mai von 14:30 bis 16:00 Uhr in Kirchvers (Pfarrsaal und Jugendraum)


Posaunenchor immer dienstags um 20:15 Uhr, Anfängerkurs dienstags um 19:00 Uhr in Weipoltshausen (Dorfgemeinschaftshaus) 


Bibelgesprächskreis am Dienstag, 31. Mai um 19:00 Uhr in Weipoltshausen (Kirche)