Aktuelles


Liebe Gemeinde,

die Kirchenvorstände bitten darum, die Hygiene- und Abstandsregeln zu beachten, die jeweils vor den Eingängen zu den einzelnen Kirchen bzw. dem Dorfgemeinschaftshaus auf einem Plakat gut lesbar platziert sind. An dieser Stelle sei schon einmal darauf hingewiesen, dass  das Tragen eines medizinischen  Mund-/Nasenschutzes während der Gottesdienste nötig ist. 

Die analogen Gottesdienste finden statt, wenn der Inzidenzwert im Landkreis Marburg-Biedenkopf nicht über 200 liegt.

Die Gottesdienste in Kirchvers finden momentan im Dorfgemeinschaftshaus statt, ab Christi Himmelfahrt wieder auf der Kirchwiese vor der Kirche.

Die Predigt wird, sofern Pfarrer Hölscher, Vikarin Schulze oder Lektorin Schlickeiser den Gottesdienst feiern, weiterhin auf der Homepage als Audio- und Textdatei veröffentlicht. Sie wird immer nach den Gottesdiensten auf die Homepage gestellt.

 

Gottesdienst an Christi Himmelfahrt, 13.05.

Kirchvers                      10:30 (aufgrund der schlechten Wettervohersage findet der Gottesdienst im Dorfgemeinschatshaus statt)

 

Gottesdienste am 16.05.

Weipoltshausen       09:00 Uhr

Kirchvers                    10:30 Uhr (Kirchwiese vor der Kirche)

 

Gottesdienste am 23.05. (Pfingssonntag)

Kirchvers                    09:30 Uhr und 11:00 Uhr (Konfirmationsgottesdienste des „alten“ Konfijahrgangs 2019/20. Diese Gottesdienste sind aufgrund der durch Corona beschränkten Platzmöglichkeiten nur für die Konfirmanden/innen und deren Gäste vorgesehen)

 

Gottesdienst am 24.05. (Pfingstmontag)

Kirchvers                    10:30 Uhr (Kirchwiese vor der Kirche)

 

Gottesdienst am 31.05.

Kirchvers                    10:30 Uhr (Jubelkonfirmation der letztjährigen diamantenen und eisernen Konfirmanden/innen. Wir bitten um Anmeldungen all jender, die außer den Jubelkonfirmanden/innen noch am Gottesdienst teilnehmen möchten )


Der neue Konfijahrgang 2021/2022 startet nach den Sommerferien. Das gilt für beide Pfarrbezirke! Wir freuen uns auf die Begegnung mit den neuen Konfis. Hoffentlich können diese Begegnungen wieder live und persönlich und nicht überwiegend am Bildschirm stattfinden!
Vor den Sommerferien werden alle evangelischen Jugendliche, die zwischen dem 01.07.2007 und dem 30.06.2008 Geburtstag haben, Post aus den jeweiligen Pfarrämtern mit einer Einladung/Anmeldung zum Konfiunterricht bekommen. All jene, die auf diesem Weg nicht erreicht werden, die aber gerne in diesem Jahrgang dabei sein wollen, können sich per Mail oder Brief unter Angabe des Namens, der Adresse, der Telefonnummer und des Geburtsdatums in den jeweiligen Pfarrämtern anmelden.


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Die Predigt vom 09. Mai (Sonntag Rogate) zum Anhören
Predigt Rogate.m4a
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Predigt vom 09. Mai (Sonntag Rogate)

„Eine Gemeinde in einer sehr trockenen, regenarmen Gegend kommt zum Gottesdienst zusammen. An diesem Tag soll ganz besonders für Regen gebetet werden. Emsig, fleißig sind alle Gemeindeglieder am Beten. Mitten im Gottesdienst, zwischen all den Gebeten, steht auf einmal jemand vom Kirchenvorstand auf: „Euer Unglaube, Schwestern und Brüder, ist ein Skandal! Wir sind hier versammelt, um ein Bittgebet in den Himmel zu schicken, Gott möge uns nach langer Trockenheit endlich wieder Regen schicken. Und was sehe ich? Nicht einer von euch hat für den Heimweg einen Schirm mitgebracht.“

 

Liebe Gemeinde, eine kleine Anekdote zum heutigen Sonntag Rogate.

„Betet“ – fordert der uns auf. Und stellt zugleich Fragen: Wie ist das mit dem Beten? Beten Sie? Wann habe Sie zuletzt gebetet? Und vor allem auch: vertrauen Sie auf das Gebet?

Die betenden Menschen aus der Anekdote tun dies scheinbar nur sehr bedingt. Es wird zusammengekommen, um für den langersehnten Regen zu beten und dann bringt keiner einen Regenschirm mit. Das macht irgendwie stutzig. Aber macht das nicht manchmal sogar eigenes Verhalten in Bezug aufs Beten? Hätte ich selbst einen Regenschirm mitgenommen? Oder mir eine Regenjacke eingepackt?

 

Im Jugendalter, im Konfialter ist so ein Regenschirm für viele ja mit das Uncoolste überhaupt. Lieber wird man nass als das man mit so einem Regenschirm in der Hand rumläuft.Und auch das Thema Gebet zählt vielleicht erstmal nicht zu den „coolsten“ Themen im Unterricht. Dennoch gehört es wie selbstverständlich dazu zum Konfijahr. Im Konfiordner gibt es eine schöne Einheit dazu, u.a. werden dort Thesen aufgestellt, zu denen man dann Position beziehen soll. Da heißt es zum Beispiel:

„Beten lernt man in der Not“

„Im Gebet kann man alles sagen“

„Wer betet, spricht mit sich selbst“

„Beten kann man überall“

„Beten gibt neue Kraft“

Oder auch „Beten ist nur etwas für Kinder und alte Leute“. Gott sei Dank sagen hier die Konfis in der Regel: Quatsch, beten kann doch jeder.  Und erzählen davon, ob sie selbst beten oder wann sie zuletzt gebetet haben.

Und ja, Recht haben sie: beten kann jeder. Aber nicht jeder tut es.

Nicht ohne Grund werden wir mit dem heutigen Sonntag ja dazu ermutigt und aufgefordert zu beten: „Betet“ – so einfach und klar heißt es letztlich an diesem Sonntag „Rogate“.

Und es bleibt die Frage: wenn wir beten, was versprechen wir uns davon? Bin ich wie die Leute in der Anekdote, die munter für den Regen beten, aber dann keinen Regenschirm zum Gottesdienst mitbringen?

Auf der anderen Seite: würden es viele nicht gar für naiv halten für Regen zu beten und dann fest davon auszugehen, dass es kurz danach anfängt zu regnen?

Würden es viele nicht für naiv halten, bei strahlendem Sonnenschein den großen Regenschirm mit in den Gottesdienst zu schleppen, weil es nach den Gebeten doch sicherlich sehr bald regnen wird?

Erleben Sie so die Wirkung vom Beten? Ich in der Regel nicht. Schön wärs ja. Aber das hätte doch schon eher was von Zauberei und automatischer Wunscherfüllung.

So einfach ist es dann ja nun auch nicht. Wie viele Gebetsbücher in Krankenhäusern, Kirchen und anderen Orten sind voller Gebete. Teils flehentlich formuliert und mit ängstlichem Herzen formuliert.

Mit den Bitten um gutgehende Operationen, Heilung von Krankheiten, Genesung von Angehörigen.

Wie viele Gebete schicken Kinder in den Himmel, wenn sie wieder mal den Streit der Eltern mitanhören?

Wie viele Stoßgebete werden vor Klassenarbeiten gesprochen und dann gibt’s doch eine Fünf.

Wie viele Gebete wurden schon gesprochen, die sich dann nicht erfüllt haben?

Wie viele Gebete habe ich selbst schon in Momenten der Angst und Unruhe gesprochen und wie oft hat sich die Bitte, das Gebetsanliegen eben nicht so einfach erfüllt? Und ich bin mir sicher, da geht es nicht nur mir so.

Wie viele von Ihnen haben schon Gebete, kurze und lange, in den Himmel geschickt und wurden enttäuscht, weil sie sich nicht so erfüllt haben, wie erhofft. Wie oft wurde da für einen kranken Angehörigen um Genesung gebetet und dann ist er doch gestorben?

 

Gibt es da nicht einen Mittelweg? Ein Weg, der vom Vertrauen und von Hoffnung beim Beten spricht, zugleich aber darum weiß, dass sich nicht jedes Gebet erfüllt, so wie wir es gerne haben würde?

Gibt es nicht einen Mittelweg zwischen dem Glauben an direkte Gebetserfüllung und der Einstellung „Beten bringt ja eh nichts“?

Der Wochenspruch weist uns womöglich daraufhin, wenn es heißt:

Gelobt sei mein Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66,20)

Gott verwirft kein Gebet. Kein Gebet ist überflüssig. Kein Gebet ist umsonst. Diese Erfahrung macht der Psalmist vor über 2000 Jahren. Aber er macht wohl auch die Erfahrung: Es erfüllt sich eben nicht alles so, wie ich es gerne haben würde. Denn der Beter damals sagt ja nichts von: Gelobt sei mein Gott, der alle meine Gebete erfüllt.

Beim Beten geht’s doch wohl mehr um als Erfüllung der Gebetsanliegen, wie ich sie mir vorstelle. Es geht doch erstmal auch um ein Gespräch. Um eine Beziehung zu Gott. Mit einem guten Freund kann ich auch schweigen. Mit einem guten Freund spreche ich auch nicht ständig. Schreibe nicht ständig. Höre nicht ständig von ihm. Und trotzdem weiß ich: er ist da. Und trotzdem weiß ich, wenn ich mich an ihn wende, dann hört er mir zu. Hilft mir schon dadurch, dass ich ihm erzählen kann von dem, was mir wichtig ist.

Ähnlich ist es doch mit Gott: ich muss sicherlich nicht Tag und Nacht durchbeten. Aber ein Glaube ohne Gebet, ohne mich an Gott zu wenden. Hin und wieder. Ihm zu erzählen von dem was war und ist. Ohne ihm zu erzählen von dem was mich beschäftigt – das scheint mir eine brüchige Beziehung zu sein. Eine Beziehung, in der etwas fehlt. Mit meinen Freunden spreche ich ja auch. Mal mehr, mal weniger. Erzähle von Freude, von Glück, von Dankbarkeit. Erzähle von Krisen, von Scheitern, von Traurigkeit.

Genau dazu will uns der heutige Sonntag ermutigen: mit Gott sprechen. Ihm erzählen von mir und meinem Leben. Ihm erzählen von meinem Ärger der letzten Tage. Ihm erzählen von dem, was mich gefreut hat vor kurzem. Ihm danken für das Schöne. Ihn bitten für mich, meine Angehörigen, die Gemeinde und so vieles mehr. Und dann darauf vertrauen, dass Gott mir zuhört.

Was er mit meinen Gebeten macht, das weiß ich nicht. Aber ein offenes Ohr schenkt er mir. Das allein tut schon gut.

 

Das Beten selbstverständlicher machen, in allen Lebenssituationen - dazu ermutigt uns der heutige Sonntag Rogate. Damit es nicht so wird wie bei der Familie, die am Tisch sitzt. Der Vater fragt: "Wollen wir noch beten?" Die Mutter fragt: „Wieso? Ist was mit dem Essen?“

Gelobt sei mein Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. Amen.