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Fotos: Hans Walter Fritsch


Presseinformation des Kirchenkreises Marburg zum Schwimmbadgottesdienst in Kirchvers (zum Vergrößern bitte anklicken):


Predigt vom 17. Juli von Lektorin Cornelia Schlickeiser

 

Der Friede Gottes sei mit uns allen!

 

Liebe Gemeinde.

Heimat!  Wie klingt dieses Wort für euch? Woran denkt ihr dabei zuerst? Die einen vielleicht an schöne Erlebnisse aus der Kindheit, an einem bestimmten Ort im Garten oder im Dorf, wo sie sich früher gern aufgehalten haben?

Es soll ja sogar Menschen geben, die in ihrem ganzen Leben noch nie umgezogen sind. Für sie ist der Lieblingsort der Kindheit auch heute noch zum Greifen nah, vielleicht gehört ihr zu diesen Menschen und habt täglich eure Heimat vor Augen.

Für andere dagegen hat Heimat einen muffigen Klang. Sie denken an Volkstanzgruppen, an dunkel getäfelte Gasthäuser und feste Benimmregeln. Das engt sie ein, deswegen wollen sie weg. Sie wünschen sich den Aufbruch.  

Heimat gibt Sicherheit, klingt aber nicht unbedingt nach Abenteuer. Unterwegssein wiederum klingt nach Freiheit, kann aber oft auch stressig sein. Heimat oder Unterwegssein, was ist uns wichtiger? Was von beiden wollen wir? Oft sind wir hin- und hergerissen und hängen im Widerspruch. Wir wollen die Welt sehen, aber am liebsten nur vom weichen Sofa aus. Wir lieben spannende Geschichten, aber am besten sollen andere das erleben. Wir planen eine Reise ins Unbekannte, aber zugleich verlangen wir die Geld-zurück und Zufriedenheitsgarantie. Wir wollen den Aufbruch und wir wollen zugleich die Sicherheit. Was wollen wir wirklich?

In biblischer Zeit lebte ein Mann, der plötzlich vor diese Alternative gestellt wurde. Heimat oder Aufbruch. Abram war sein Name, ja ihr habt richtig gehört, Abram! Später erhält er den Namen Abraham und seine Heimat hieß Haran, eine Handelsstadt in der heutigen Türkei. Abram war gut situiert und anerkannt, seit Jahrzehnten lebte er in Haran und hatte es zu einigem Wohlstand gebracht. Er war auch nicht mehr der Jüngste. Er sah seinen Lebensabend entgegen, gemeinsam mit seiner Frau Sarai, die auch später erst Sara genannt wird. Alles schien den gewohnten Gang zu gehen und dann auf einmal-

1 Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. 2 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. 3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. 4 Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog.

-75 Jahre alt und dann so ein Aufbruch. Wahnsinn! Wo andere aufhören, fangen Abram und Sarai erst an! Was für ein Mut, loszugehen ohne eine Ahnung zu haben, wo man ankommt. Aber manche werden auch gesagt haben: „Das ist doch Wahnsinn. Warum machst du das? Dabei kannst du doch nur verlieren! Du bist kein Flüchtling. Du hast Geld und lebst im Frieden in Haran. Es geht dir gut, warum solltest du weg gehen wollen? Warum aufbrechen in ein unbekanntes Land?“

 Abram hätte es wohl nicht wirklich begründen können. Er war sich nicht sicher, warum genau er das tat, was er tat. Aber er war sich sicher, dass es das Richtige ist.  Denn er hatte eine Stimme gehört. Er hatte eine klare Anweisung bekommen. Kurz gesagt: eine Berufung. Was Abram da tat, das hat er sich nicht ausgesucht, das hatte er sich nicht selbst überlegt. Es war keine Reise, die er im Prospekt gebucht hatte. Sondern jemand hatte ihm einen Auftrag erteilt.  Abram hätte auch Nein sagen können. Oder überhaupt nicht antworten. Dann wäre die Geschichte schon hier zu Ende gewesen. Wer weiß, ob sich Gottes Stimme dann je noch einmal bei ihm gemeldet hätte?

 Aber es kam anders.

Der Herr sprach zu Abram:

“Mach dich auf, geh weg aus deinem Heimatland, weg von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus. In ein Land das ich dir zeigen werde.“

 Da machte sich Abram auf, so wie der Herr es ihm gesagt hatte.

 Abrams Antwort ist die Tat. Sein Handeln entspricht wörtlich dem, was Gott von ihm gefordert hat. Und damit wird die entscheidende Weiche gestellt. Damit kommt eine Geschichte ins Rollen, die bis heute reicht. Abram, von Gott später Abraham genannt, wird zum „Vater des Glaubens“.  Er bricht auf in Richtung eines Landes, das er nicht kennt. Später wird es das gelobte, das Heilige Land genannt werden. Das Land der Juden, des Volkes Gottes. Und das Land Jesu Christi. Wäre Abram nicht losgegangen, hätte er damals nicht auf diese Stimme gehört, die ihn und keinen anderen ansprach, dann säßen wir als Christen jetzt nicht hier. Dann wäre die Bibel vielleicht bei 20 oder 30 Seiten geblieben oder einer Schriftrolle- nur ein Buch der Schöpfung. Sie wäre nicht zum Buch der Berufung geworden, zu einem Buch der Erwählung und der Erlösung. Und wir wüssten nichts von diesem Gott, der uns anredet, der uns herausruft und an neue Ziele bringt.

 Es ist nicht so dass Gott etwas gegen Heimat hätte. Jahrzehntelang hatte er Abram und seine Frau Heimat gegönnt, und es war sicher kein falsches Leben, dass sie da gelebt haben. Aber dann ist diese Phase vorbei. Dann kommt der Moment, in dem eine neue Wirklichkeit ins Leben tritt. Gott hat einen Plan mit Abram und seiner Frau. Er spricht sie an, auf welchem Weg auch immer. Jedenfalls war die Anrede eindeutig, unüberhörbar. Und damit steht etwas Neues im Raum. Nicht mehr Heimat ist angesagt, sondern Aufbruch. Abram und Sarai lassen sich darauf ein. In Gottes Namen, auf seine Zusage gehen sie los in eine unbekannte Zukunft.

 Wie ist das bei uns? Stehen wir auch an einem solchen Knotenpunkt, einer Weggabelung des Lebens? Manchmal kommt so etwas ja durch die Biografie ganz automatisch auf einen zu. Was ist der richtige Weg nach der Schule? Wer ist der richtige Partner die richtige Partnerin fürs Leben? Wie soll es beruflich weitergehen? Und wann ist im Alter der richtige Moment um die große Wohnung aufzugeben und in eine kleinere zu ziehen? Wir alle stehen immer mal wieder vor solchen Entscheidungen. Dann ist es gut nicht nur Pro und Contra- Liste zu schreiben, sondern zu beten. Gott um inneren Frieden zu bitten, um Weisheit und Klarheit für den richtigen Weg.

 Neben diesen normalen Abzweigungen des Lebens gibt es aber auch noch die besonderen. Das sind die Weggabelungen, auf die uns Gott ganz individuell und persönlich hinweist. Da hören wir vielleicht wirklich eine Stimme, bekommen einen Wink, den anderen so nie bekommen. Eben weil diese Stimme sich nur an mich wendet, an niemand anderen. Ja, Du- und hier könnt ihr gerne den eigenen Namen einsetzen- Du bist gefragt! Wie sieht es aus mit den Prioritäten in deinem Leben? Wie sieht es aus bei mir persönlich? Ist es zum Beispiel dran, dass ich ganz grundlegend ein paar Dinge meines Lebensstils verändere, damit ich mich weniger mitschuldig mache an der Klima- und Umweltnot? Kann ich mit meinem Geld anders umgehen, um anderen Menschen bessere Lebenschancen zu eröffnen? Soll ich vielleicht tatsächlich einen ungewohnten Schritt in ein neues Umfeld hinein tun, auch wenn es mich vermeintliche Vorteile kostet, werde ich dann womöglich ganz neue Horizonte Gottes entdecken? Neue Gemeinschaften vielleicht sogar einen neuen Lebenssinn?

Abram ließ sich von Gott finden. Er brach auf. Und fand schließlich eine neue Heimat, die Gott ihm zeigte. Er ist noch oft gestolpert auf seinem Weg zum mit Gott. Er war oft entmutigt.  Es dauerte lange, sehr lange, bis die Verheißung an Abram war wurde. Und doch: Er blieb mit Gott unterwegs.

Als er sich auf den Weg machte, gab er vieles auf. Aber er gewann unermesslich viel mehr, als was er aufgegeben hatte. Er gewann das Land der Zukunft. Auch uns steht es offen.

Amen.

 


Schwimmbadgottesdienst „Mit Gott im Freibad“ im Waldschwimmbad Kirchvers am Sonntag, 24.07.

Kirchvers                     11:00 Uhr (Tauf- und Tauferinnerungsgottesdienst des Kooperationsraums Marburg Süd im Waldschwimmbad Kirchvers, u.a. mit einem gemeinsamen Posaunenchor des Kooperationsraums)

 

Gottesdienste am Sonntag, 31.07.

Weipoltshausen           09:30 (Lektorin Cornelia Schlickeiser)

Kirchvers                        10:45 (Lektorin Cornelia Schlickeiser)

 

Gottesdienste am Sonntag, 07.08.

Weipoltshausen           09:30 (Lektorin Cornelia Schlickeiser)

Kirchvers                        10:45 (Lektorin Cornelia Schlickeiser)

 

Gottesdienste am Sonntag, 14.08.

Rollshausen                   09:30 (Lektorin Cornelia Schlickeiser)

Kirchvers                        10:45 (Lektorin Cornelia Schlickeiser)

 

Gottesdienste am Sonntag, 21.08.

Weipoltshausen           09:30 (mit Taufe)

Kirchvers                        10:45 

 

Gottesdienste am Sonntag, 28.08.

Weipoltshausen           09:30 

Kirchvers                        10:45 (mit Taufe)


Kindergottesdienst jeden ersten und dritten Sonntag im Monat in Rodenhausen. Treff um 10:00 Uhr vorm DGH.

In Weipoltshausen ab 15. Mai jeden ersten, dritten und fünften Sonntag im Monat um 10:30 Uhr in der Kirche.


Posaunenchor immer dienstags um 20:15 Uhr, Anfängerkurs dienstags um 19:00 Uhr in Weipoltshausen (Dorfgemeinschaftshaus) 


Back- und Kochkurs am Mittwoch, 24. August um 19:00 Uhr in Rodenhausen (DGH). Bitte bis spätestens eine Woche vorher anmelden bei Hanna Bodenbender, Tel. 06462-6253


Bastel- und Handarbeitskreis am Mittwoch, 03. August um 19:00 Uhr in Rodenhausen (DGH)


Bibelgesprächskreis am Dienstag, 30. August um 19:00 Uhr in Weipoltshausen (Kirche)